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22.06.2018

Lichterfelde-West: Großer Bahnhof mit Kram & Krempel

Feste muss man feiern, wie sie fallen. In den letzten Jahren hat sich das Sommerfest am Bahnhof Lichterfelde West zu einem wahren Publikumsmagnet gemausert, das viele Besucher anlockt. Organisiert wird die bunte Bahnhofssause von Harald Hensel und seinem Team.

Hensel ist Vorsitzender vom „Förderverein Bürgertreffpunkt Bahnhof Lichterfelde West e.V.“ (www.lichterfelde-west.net), den es seit Oktober 2003 gibt und der sich zusammen mit dem Bezirksamt um den Bürgertreffpunkt im historischen Bahnhofsgebäude kümmert. Hierbei geht es vor allem darum, ein Programm für die Senioren im Kiez auf die Beine zu stellen.

Gefeiert wurde rund um den Bahnhof schon immer sehr gern. Aber erst in den letzten vier, fünf Jahren sind die Veranstaltungen so gewachsen, dass sie auch Besucher „von weiter weg“ anlocken.

Harald Hensel über das am 9. Juni stattgefundene Sommerfest: „Wir sind sehr glücklich über das sonnige Wetter und die vielen Besucher. Das vielseitige Angebot wurde einmal mehr sehr gut angenommen. Dass wir eine tolle Gemeinschaft in unserem Kiez haben, das zeigte sich bei dem Fest wieder einmal in der gelungenen Zusammenarbeit aller Beteiligten. Ich bin auch sehr stolz auf die vielen volksbildenden Attraktionen, die wir zusammen auf die Beine gestellt haben – wie etwa die Ausstellung über das Leben und Wirken des Erfinders und Baumeisters Gustav Lilienthal.“

Sommerfeste im lokalen Kiez bleiben meist überschaubar. Beim Flanieren zwischen den einzelnen Buden ist es oft das größte Entertainment, schon lange nicht mehr gesehene Nachbarn zu treffen, mit denen dann nach Herzenslust geklönt wird. Am historischen Bahnhof Lichterfelde-West ist das anders. Was der Förderverein Bürgertreffpunkt Bahnhof Lichterfelde West e.V. hier im Rahmen seines Sommerfestes auf die Beine stellt, zeigt Magnetwirkung weit über den Kiez hinaus. Dies konnte am 9. Juni wieder eindrucksvoll festgestellt werden. Rund um den Bahnhof gab es ein besonders vielseitiges Angebot.

Auf der Bühne, die direkt vor dem Bahnhof aufgebaut war, gaben sich Jazz-Bläser, eine Beatles-Cover-Band, schöne Tänzerinnen und ein Swing-Orchester die Ehre. Die Zuschauer saßen bei bestem Wetter dicht gedrängt an den bereitgestellten Bierzeltgarnituren, standen aber auch gern, um einen Blick auf die Bühne zu erhaschen.

Im ersten Stock des Bahnhofgebäudes hatte der Förderverein derweil einen kleinen Second-Hand-Verkauf inszeniert. Vom hölzernen Vogelkäfig bis zum alten Geschirr gab es hier alles, was im eigenen Haushalt vielleicht noch fehlt. Interessanter noch für die Besucher – eine Ausstellung von Modelleisenbahnen. Klaus Bauer präsentierte etwa eine Miniatur-Schneelandschaft in den Maßen 150 x 80 Zentimetern, in der winzig kleine Spur-Z-Eisenbahnen ihre Runden drehten: „Das ist ein Erbstück meines Vaters, das ich auf Wunsch meiner Frau zu einer Winterlandschaft umgebaut habe. Wenn ich die Eisenbahn nicht gerade auf Ausstellungen zeige, dann verwenden wir sie Zuhause hochkant aufgestellt als Raumtrenner.“

Für viele Besucher des Sommerfestes war der traditionelle „Kunst & Krempel“ Markt ein echter Publikumsmagnet. An vielen Dutzend Marktständen stellten sich lokale Vereine vor, boten Imker aus der Nachbarschaft ihren Honig an und zeigten Kreative und Künstler Selbstgefertigtes – Dekorationen für Zuhause oder kleine Präsente zum Verschenken. Die Stände luden zum Schauen und Schlendern ein. Auffallend war, dass sich viele Anbieter auch hier mit dem Thema „Eisenbahn“ beschäftigten – und entsprechend Miniaturzüge oder Fachliteratur zum Kauf anboten.

Und dann gab es auch noch das: In zahlreichen Geschäften rund um den Bahnhof fand gleichzeitig zum Sommerfest (und zeitlich noch darüber hinaus reichend) die Aktion „Kunst im Kiez“ statt. Bei der dritten Neuauflage der Aktion sind in den Schaufenstern und Geschäftsräumen Gemälde und Plastiken der lokal ansässigen Künstler zu sehen.

Die Kinder freuten sich vor allem darüber, dass sie auf Einladung der Märkischen Kleinbahn (www.mkb-berlin.de) das Bahnhofsgelände betreten durften. Hier konnten sie auf dem SKI „Siegfried“ in Richtung Steglitz mitfahren oder im Führerstand historischer Kleinlokomotiven eine Runde auf den Schienen drehen. Wer das verpasst hat, sollte sich den 8. und 9. September vormerken, wenn die Märkische Kleinbahn in der Betriebswerkstatt Schönow (Goerzallee 313) zu den Tagen der offenen Tür einlädt. (Text / Fotos: CS)

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