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22.06.2018

Rummel wie früher: Kleiner historischer Jahrmarkt in der Domäne Dahlem!

Früher war ja alles ganz anders. Das gilt auch für den Jahrmarkt – oder den „Rummel“, wie der Berliner sagt. Wer als Erwachsener noch einmal in Kindheitserinnerungen schwelgen und den eigenen Nachwuchs zugleich mit den Fahrgeschäften und Attraktionen seiner Vergangenheit konfrontieren möchte, der hat immer Ende April und Anfang Mai Gelegenheit dazu.

Dann gastiert der „kleine historische Jahrmarkt“ an mehreren Tagen auf dem Freigelände der Domäne Dahlem. Viele Familien nutzen die Gelegenheit, um gleich in der Nachbarschaft bei bestem Wetter und für einen schmalen Taler Eintritt echte Rummel-Atmosphäre zu schnuppern.

Die Jahrmarkt-Nostalgie erreicht beim Rundgang über das Areal schnell einen Höhepunkt. Denn anstelle der modernen Bungee-Trampolins gibt es hier noch die klassische Schiffsschaukel. Die kleinen Bötchen aus Metall lassen sich mit dem richtigen Schwung hoch hinaus in die Luft befördern – für Kinder ist das auch heute noch ein großes Abenteuer.

Weiter geht es dann mit Enten-Angeln, Büchsenwerfen oder an der Ballon-Bude, an der Luftballons mit Wurfpfeilen zu zerplatzen sind. Die Kinder lieben es auch, die hölzerne Armbrust in die Hand zu nehmen, um mit Gummipfeilen auf eine große Holzburg zu schießen, in deren Fenstern sich kühne Miniaturritter zeigen. Sie mit einem beherzten Schuss zum Umkippen zu bringen, das ist die große Aufgabe an diesem Spot. Natürlich gibt es auch ein klassisches Kinderkarussell.

Die mutigeren Kinder steigen da bereits in das fliegende Kettenkarussell. Das stammt aus dem Jahr 1938, ist aber noch immer gut in Schuss – und lässt die Fahrgäste nur an dünnen Metallketten gesichert in luftiger Höhe die Fliehkräfte ausprobieren.

Das große Highlight auf dem Historischen Jahrmarkt ist natürlich das Riesenrad, in dessen Gondeln ganze Familien hoch hinauf geschaufelt werden, bis auf 13 Meter Höhe ein klarer Blick über das gesamte Areal und bis nach Dahlem hinaus möglich ist. Und wie heißt es so schön in geschwungener Schrift an dem Fahrgeschäft: „Mußt Du mal warten, obwohl Gondeln frei, sei nicht bös, uns ist‘s nicht einerlei. Bedenke, dass es nicht anders möglich ist. Ein Riesenrad dreht sich nur im Gleichgewicht.“

Keine Frage – die Gondeln im Historischen Riesenrad von 1902 müssen genau ausbalanciert sein. Die „russische Luftschaukel“ wurde damals von der Firma Bothmann gebaut und verrichtet nun schon seit über einhundert Jahren ihren Dienst. In der Schaustellerfamilie Feldmann kommt das Riesenrad bereits in der sechsten Generation zum Einsatz.
Besucher Klaus Ruthenberg: „Ich war beim Besuch des historischen Jahrmarkts sehr positiv überrascht von den Preisen. Eine Fahrt im Riesenrad für 2,50 Euro, eine Runde in der Schiffsschaukel 1,50 Euro pro Kind – das kenne ich aber ganz anders. Hier wird man als Familie wenigstens nicht arm, wenn man einmal die Runde dreht.“

Auch für die älteren Besucher des Jahrmarkts wurde einiges geboten. So konnten die Herren am historischen Hau-den-Lukas ihre Kraft unter Beweis stellen. Um das jahrzehntealte Gerät zu schonen, wurden die Männer allerdings darum gebeten, den Hammer nur mit einer Hand zu schwingen. Vielleicht eine unbegründete Vorsichtsmaßnahme: Nur die wenigsten „Kraftprotze“ schafften es, den Hammer so kraftvoll herabsausen zu lassen, dass der Anzeiger weiter als ein Drittel den Lukas-Stamm hinaufschoss.

Wirklich nostalgischen Wert hatte auch die „Würfelbahn“, die zu einer Walzerfahrt einlud. Wer in den quadratischen Würfeln Platz nimmt, wird anschließend im Kreis über eine unebene Fläche bewegt, woraufhin sich die Würfel dann auch noch um sich selbst drehen. Dabei treten hohe Fliehkräfte auf, die dazu angetan sind, den Mageninhalt noch einmal ordentlich durcheinander zu bringen.

Apropos. Ein richtiger Rummelbesuch macht keinen Spaß, wenn es nicht auch etwas zu essen gibt. An den Domäne-Buden gab es aus diesem Grund frisch zubereitete Waffeln, Kartoffelpuffer und Gegrilltes. Wer wollte, konnte an den verschiedenen Ständen auch süßes Gebäck, Zuckerwatte, gebrannte Mandeln und Crêpes versuchen. Etwas ganz Besonderes waren die handgeschabten Allgäuer Käsespätzle aus der Pfanne mit geschmorten Zwiebeln.

So gestärkt ging die Suche nach der nächsten Attraktion munter weiter. Denn neben den Fahrgeschäften gab es auch echte Rummelsleut‘ zu bestaunen, die immer wieder für Aufsehen sorgten.

Wie etwa auch die Starken Männer in ihren bunt gestreiften Ganzkörperoveralls. Schnell scharte sich eine große Menge um sie herum. So war genug Publikum vorhanden, um eine große Show zu starten. Vor der Kulisse des sich drehenden Riesenrades stemmten die starken Kerle schwere Metallgewichte und warfen sich gegenseitig gewaltige Wagenräder durch die Luft zu, um sie mit nur einer Hand wieder aufzufangen. Da staunten gerade die Kinder nicht schlecht, denn wo sonst gibt es noch eine derartige Rummelattraktion – das kennt man ja nur noch aus den ganz alten Filmen!

Für die passende Geräuschkulisse sorgte übrigens vor Ort ein Mann an der Drehorgel.

Wer alle Fahrgeschäfte ausprobiert, alle Rummelbuden besucht und alle Attraktionen gesehen hatte, der konnte sich immerhin noch an vielen kleinen Verkaufsständen informieren. Hier gab es Kräuterbonbons, luftgetrocknete Salami, Geräuchertes und Luftgetrocknetes vom Speckdealer und noch vieles andere mehr.

Susanne Hubatsch: „Meine Kinder hatten viel Spaß auf dem Historischen Jahrmarkt. Sie fanden es nicht so hektisch, bunt und grell wie auf einem modernen Rummel. Die Schiffsschaukel hatte es ihnen ganz besonders angetan. Und die Starken Männer fanden sie toll. Sie haben gesagt, wir sollen im nächsten Jahr unbedingt wieder hingehen.“

Die Domäne Dahlem versteht sich als Freilandmuseum für Agrar- und Ernährungskultur mit ökologischem Schwerpunkt. Hier finden das ganze Jahr über Veranstaltungen statt, sodass sich ein Blick in das Programm lohnt – siehe www.domaene-dahlem.de. (Text/Fotos: CS)

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