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26.08.2017

Das SurviCamp in Wannsee: Überleben im Wald

Wie funktioniert das eigentlich, das Überleben jenseits der Zivilisation? Ich habe davon eine vage Ahnung. Ich war immerhin bei den Pfadfindern und kann ein Feuer entzünden und ein Zelt aufbauen. Mein Opa hat mir beigebracht, welche Pilze man essen kann und dass Schlehen und Maulbeeren lecker sind. (ANZEIGE)

Aber das ist alles Jahrzehnte her. Was mache ich heute, wenn die Zombie-Invasion kommt, Wetterextreme mein Haus von der Zivilisation abtrennen oder wirklich einmal wieder ein Krieg ausbricht? Es kann nie schaden, sich vorbeugend mit den fundamentalen Fähigkeiten des Überlebens vertraut zu machen.

Das wissen die Survival-Experten vom SurviCamp am besten. In den Wäldern rund um den S-Bahnhof Wannsee veranstalten Benjamin Arlet und seine Leute regelmäßig Workshops, in denen es etwa darum geht, im Ernstfall Trinkwasser zu gewinnen, die Orientierung zu behalten, Erste Hilfe zu leisten, Geländehindernisse zu überwinden oder sich selbst zu verteidigen. Die Workshops behandeln auch die Survival-Psychologie, die Ansprüche an die Gruppenführung und das mentale Training. Dabei sind die Überlebenskünstler nicht zimperlich. Beim Schießtraining dürfen die Kursteilnehmer mit verschiedensten Kurz- und Langwaffen ballern – und dabei sogar Erfahrungen mit der halbautomatischen Schrotflinte sammeln.

Wichtig ist den Experten das Prepping. Dabei geht es darum, für Krisen vorzusorgen, Vorräte anzulegen und die eigenen Überlebensfähigkeiten zu trainieren. Die Teilnehmer lernen, Lebensmittel haltbar zu machen oder ohne Strom zu kochen.

Keine Frage: Das Thema ist spannend. Und so finde ich mich an einem Freitag nachmittag in Wannsee ein, um bei einem ersten Schnupperkurs mitzumachen. Am S-Bahnhof werden alle Teilnehmer eingesammelt, die Lust auf „Abenteuer & Grenzerfahrungen“ haben – und von der Veganerin Tabea in den Wald geführt.

Hier, unweit von der „Schützenwirtin“, die leckere Burger verspricht, soll es an diesem speziellen Tag vor allem darum gehen, wie man sich im Wald und damit in der Wildnis von dem ernährt, was die Natur uns bieten kann. Ich schaue mich bereits bei der Annäherung an das Camp ganz genau um. Leckere Beeren oder Früchte kann ich keine entdecken, dafür aber Bucheckern auf dem Waldboden. Und viele umgefallene Bäume. Hier könnte man unter der losen Rinde auf Käferlarven und Regenwürmer hoffen.

Eine große Überraschung ist: Anstatt dass es gleich darum geht, Würmer zu verspeisen, holt Benjamin lieber laminierte Schautafeln mit physikalischen Formeln hervor. Ist denn das Überleben in der Wildnis an den Physikunterricht gekoppelt? Ja – und wie. Schlaue Teilnehmer entziffern die Formeln Baustein für Baustein. Mit den dabei gewonnen Erkenntnissen legen wir eine Erdmulde an, die mit feuchtem Gras befüllt und mit einer Plane abgedeckt bei der Wassergewinnung helfen kann. Und mit einem Seil und einem höher gelegenen Ast entsteht ein selbstgebauter Flaschenzug, der eingesetzt werden kann, um schwere Lasten anzuheben, ohne dafür allzu viel Kraft aufzuwenden. Tatsächlich bauen wir einen Flachenzug, der uns dazu in die Lage versetzt, mehrere schwere Wasserflaschen mit nur einem Finger in die Höhe zu ziehen. Cool.

Anschließend muss kein Tier im Wannseer Wald um sein Leben fürchten. Im nächsten Schritt geht es nämlich darum, sich notfalls mit der Angel das Essen für den Tag zu fangen. Und hier ist es wichtig, dass man als Überlebenskünstler auch weiß, wie man einen Fisch ausnimmt. Als Basis zum Üben dienen frische Forellen, die das SurviCamp-Team auf Eis bereits mitgebracht hat. Spannender wäre es sicherlich gewesen, die Fische selbst aus dem nahen Wannsee zu ziehen, aber – die Zeit drängt und im Wald vergeht sie besonders schnell. Und so zeigt Benjamin, wie die Fische von der Schwanzflosse bis zu den Kiemen mit dem scharfen Messer zu öffnen sind. Was hängen bleibt: Alles darf man beim Ausnehmen verbocken, nur die Gallenblase darf nicht angeschnitten werden. Die austretende Gallenflüssigkeit macht das Fischfleisch sofort ungenießbar.

Im zweiten Kursteil dreht sich alles darum, wie sich der Speisezettel im Wald noch weiter erweitern lässt. Ganz oben auf der Survival-Speisekarte: Grashüpfer, die zuhauf vorhanden sind und wertvolles Protein bereitstellen. Mitgebrachte Wanderheuschrecken aus dem Zoohandel kommen dieses Mal zum Einsatz. Benjamin zeigt, wie man ihnen den Kopf abdreht, die Flügel entfernt und die Beine ausreißt, um den Körper anschließend auf einen Stock gespießt über dem Feuerzeug zu rösten. Der Geschmack: nussig.

Der Besuch im SurviCamp zeigt: In den Stunden, die ein Workshop dauert, lassen sich immer nur kleine Bruchstücke des Survival-Wissens vermitteln. Wer richtig in die Materie einsteigen möchte, muss am besten zum Stammgast im Camp werden und vor allem die Intensiv-Camps mitmachen. So oder so geht man aber mit dem guten Gefühl nach Hause, der ach so zivilisierten Bevölkerung ein paar „survival skills“ voraus zu haben. Sollen die Zombies doch kommen! (Text/Fotos: CS)

Info: SurviCamp UG (haftungsbeschränkt), Düsseldorfer Str. 76, 10719 Berlin, Tel.: 030 – 683282611, www.survicamp.de

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