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27.08.2018

DLRG Steglitz-Zehlendorf: Wachsam am Wasser!

Die Sommerferien sind da. Wer nicht verreist ist, findet sich jetzt an den Gewässern von Berlin ein, um im warmen Wasser zu plantschen und zu baden. In dieser Zeit haben die Rettungsschwimmer von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ein besonderes Auge auf die Schwimmer.

Lutz Sliwinski ist Bezirksleiter im Bezirk Steglitz-Zehlendorf im Landesverband Berlin: „Die Aufgabe der DLRG ist es, den Tod durch Ertrinken zu verhindern, dafür sind wir da – und zwar in rein ehrenamtlicher Arbeit. In unserem Wirkungskreis unterhalten wir drei DLRG-Stationen direkt an der Havel, darunter eine direkt gegenüber von der Pfaueninsel. Hier sind wir immer am Wochenende tätig – und retten Leben. Vier Motorrettungsboote sind dafür mit vor Ort stationiert. Wir haben übigens 114 aktive Mitglieder im Wasserrettungsdienst und in der Ausbildung.“

Mirjam Wennemar: „Wir haben ein Auge auf die Schwimmer. Viele kennen wir, weil sie fast an jedem Wochenende vor Ort sind. Oft erkennen wir aber schon aus der Erfahrung heraus, wenn sich jemand im Wasser ungewöhnlich verhält, sodass wir ihn besonders im Auge haben. Manche überschätzen sich beim Schwimmen im tiefen Wasser, da müssen wir dann schon einmal schnell eingreifen. Ertrinken ist ein leiser Vorgang, da schreit niemand laut um Hilfe. Umso wachsamer müssen wir sein – oft genug mit dem Fernglas in der Hand. Mancher Schwimmer bekommt einen Krampf in der Wade. Oft kann auch der Wellenschlag eines Bootes bei einem erschöpften Schwimmer Panik auslösen. Ist es sehr voll im Wasser und sind viele Kinder dabei, begeben wir uns auch schon einmal mit dem Rettungsbrett mitten in die Situation hinein. Wir stellen leider fest, dass gerade unsere Flüchtlinge sehr oft nicht schwimmen können. Das gilt für die Erwachsenen ebenso wie für die Kinder.“

Dieser Fakt führt zum nächsten Betätigungsfeld der DLRG. Lutz Sliwinski: „Wir kümmern uns auch um die Schwimmausbildung. Wir möchten aus jedem Nichtschwimmer einen Schwimmer und aus jedem Schwimmer einen Rettungsschwimmer machen. Leider haben wir zu wenig Hallenzeiten. Sonst könnten wir noch mehr Kurse anbieten.“

Der DLRG-Bezirksverband Steglitz-Zehlendorf (www.steglitz-zehlendorf.dlrg.de) hat Zugriff auf drei Bäder im Bezirk. Gern werden im Rahmen der Schwimmausbildung auch Seepferdchen-Kurse angeboten. Lutz Sliwinski: „Die Kinder sollten schon sechs Jahre alt sein, vorher fehlen noch die motorischen Fähigkeiten für die asynchronen Bewegungen beim Schwimmen. Wir von der DLRG sind übrigens der größte Schwimmausbilder in Deutschland. Den Schwimmunterricht in der Schule begrüßen wir. Aber er reicht noch nicht aus. Wir empfangen deswegen viele ‚Quereinsteiger‘ aus dem Schulschwimmen bei uns – und bringen ihnen erst einmal das richtige Schwimmen bei. Zurzeit haben wir vier Kurse mit jeweils 15 Kindern. Die Nachfrage ist leider oft größer als das Angebot.“

Zu den Aufgaben und Angeboten der DRLG gehören übrigens auch noch Dienstleistungen, von denen viele Zehlendorfer gar keine Kenntnisse haben. Mirjam Wennemar: „Wenn wir am Wochenende an der Havel sind, müssen wir oft gekenterte Segelboote aufrichten. Oder sie von einer Sandbank freiziehen. Dies sind aber Leistungen, die kostenpflichtig sind. Unsere Zentrale in Spandau ist direkt mit der Feuerwehr verbunden, aber auch über unseren Notruf 030-362095-0 zu erreichen.“

Gern kann die DLRG gegen Gebühr auch nach Brillen, Schmuckstücken und Handies tauchen, die ins Wasser gefallen sind. Hier brauchen die Taucher aber die exakte Position, an der das Unglück passiert ist. Meist wird deswegen in der Nähe eines Bootssteges getaucht. (Text / Foto: CS)

Dieser Artikel wurde in „ZEHLENDORF.aktuell“ Ausgabe 52 (7/2018) veröffentlicht.

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