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27.10.2017

Grunewald: Zu Besuch bei den Odd Fellows

Das ganze Leben mit der Arbeit und dem Geldverdienen zu verbringen, das kann es doch nicht gewesen sein! Viele Menschen suchen nach einer weiteren Aufgabe, möchten sich gern persönlich weiterentwickeln und halten Ausschau nach einer Gemeinschaft, die wie eine Familie ist.

In diesem Kontext werden die Logen für eine steigende Anzahl von Menschen wieder interessant.

In Berlin ist so etwa der Odd Fellow-Orden aktiv, der sein Logenhaus in Berlin-Grunewald unterhält. Der Orden wurde 1819 in Baltimore gegründet. Er ist in der ganzen Welt aktiv. In Europa zählt er zurzeit etwa 92.000 Mitglieder.

Hochmeister Ernst Schütz: „In Berlin sind wir bereits seit 1871 präsent, am aktuellen Standort seit 1962. Vor Ort treffen sich zurzeit drei Männer-Logen, eine reine Frauen-Loge und eine gemischte Loge mit zusammen einhundert Mitgliedern. Die Brüder und Schwestern treffen sich einmal in der Woche.“

Der Odd Fellow-Orden ist unpolitisch, weltlich orientiert und sehr humanitär aufgestellt. Petra Schulz ist die Präsidentin der deutschen Rebekka-Logen, in der nur Frauen organisiert sind: „Eine Loge ist wie eine neue Familie. Aber eine, die man sich selbst aussucht. Hier kümmert man sich umeinander und fragt, wie es einem geht. Und wenn jemand Hilfe benötigt, dann bekommt er sie auch.“

Der Orden sagt über sich selbst: „Wir haben uns Regeln als Richtschnur für ein lebenswertes Leben geschaffen. Der freundschaftliche, verantwortungsvolle Umgang miteinander ist uns wichtig. Um in Frieden und Eintracht zusammenzuleben, wollen wir Vorurteile über Rasse, Religion und Ideologie überwinden. Odd Fellows fördern den Gedanken eines toleranten Zusammenlebens. Dabei haben selbstverständlich alle Menschen Rechte und Pflichten in der Gemeinschaft. Unterschiedliche Berufe, Ansichten und Lebensalter prägen jeden Menschen. Bei uns ist nicht wichtig, was man ist, sondern wie man ist. Wir wollen niemanden ändern, wir empfinden unsere Unterschiede als Bereicherung. Unsere Vereinigung ist mehr als ein Verein: Odd Fellow zu sein ist ein bedeutender Teil der eigenen Lebenshaltung. Wir vertrauen einander, helfen einander in allen Lebenslagen und schweigen über vertrauliche Gespräche gegenüber jedermann. Unsere politisch neutrale Haltung ist geprägt durch die Achtung von Staat und Familie. Wir achten die Menschenrechte und die Freiheit aller Menschen ohne Rücksicht auf Herkunft und Religion.“

Wichtig ist es den Logen-Mitgliedern, an sich selbst zu arbeiten, um eine bessere Version ihrer selbst zu werden.

Ernst Schütz: „Das ist wie das älteste Personal-Coaching der Welt. Wir versuchen, so zu anderen zu sein, wie wir selbst von ihnen behandelt werden möchten. Bei uns werden die leisen Leute laut und die Lauten leise. Wir bieten unseren Mitgliedern einen geschützten Raum, in dem sie sich entfalten können. Unsere Loge ist für uns wie unsere Familie. Wir legen sogar ein bindendes Versprechen darauf ab. Das weltweite Symbol unseres Ordens sind die drei ineinander verschlungenen Kettenglieder. Wir wünschen uns, dass die Kette der Menschen, die guten Willens sind, eines Tages um den ganzen Erdball reicht. “

Es geht in der Loge aber auch immer darum, gemeinnützige Arbeit zu leisten – im möglichen Rahmen.

Regelmäßig lädt die Loge auch Außenstehende zu Vorträgen in das Logenhaus ein.

Ernst Schütz: „In zwei Jahren wird unser Orden 200 Jahre alt sein. Diese Feier wird unter dem Motto ‚Kinder – unsere Zukunft‘ stehen. Wir würden uns sehr über Interessierte freuen, die vielleicht zur Verjüngung unserer Logen beitragen würden.“

Petra Schulz: „Am 3. Oktober laden die Schwestern der Rebekka-Loge ‚Elisabeth‘ erstmals zu einer öffentlichen Hallensitzung ein.“ (Text/Fotos: CS)

Info: Deutscher Odd Fellow-Orden, Fontanestraße 12A, 14193 Berlin, Tel.: 030-8261382, www.oddfellows.de

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