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13.07.2017

Geocaching in Berlin: Auf Schatzsuche

Wie bekommt man lauffaule Kinder und Ehemänner vom Sofa, um sie zu einem Spaziergang in der freien Natur zu animieren? Wie schafft man es, dass sie freiwillig bei Wind und Nieselregen durch das Unterholz brechen und stundenlang der Witterung trotzen? Ganz einfach: Man macht ein Spiel draus.

Seit vielen, vielen Jahren gibt es das Geocaching, das längst weltweit verbreitet ist, sodass man sich auch im Urlaub dem mobilen Spaß widmen kann. Das Geocaching ist im Grunde genommen nichts anderes als eine moderne Schatzsuche. Überall auf der Welt verstecken Menschen sogenannte „Caches“ in ihrer Umgebung, also in der freien Natur. Das sind kleine oder große wasserdichte Behälter, die so versteckt werden, dass sie sich auf den ersten Blick nicht aufspüren lassen. Im Internet (etwa auf www.geocaching.com) werden die Koordinaten dieser „Schätze“ hinterlegt. Mit der Hilfe passender Apps fürs Smartphone lassen sich die Verstecke gezielt ansteuern – allein in Berlin und in der Umgebung gibt es weit über achttausend von ihnen.

Echte Wertsachen mit Gold und Geschmeide sind in den Dosen allerdings nicht zu erwarten. Bei einem sogenannten „Traditional“-Schatz gibt es stattdessen kleine Geschenke. Man nimmt sich eins raus – und legt ein neues wieder dazu. Wichtiger ist es aber, sich mit Namen und Datum in ein Logbuch aus Papier einzutragen, das mit in der Büchse liegt. Die Funde lassen sich auch digital dokumentieren, sodass die Geocacher untereinander in einen spannenden Wettstreit treten können. Das funktioniert mit der App „GeoCaching“ sehr gut, die weltweit als Standard gilt.
Michael Gierse ist seit Jahren dem Geocaching verfallen. Er erklärt: „Mein Cachername ist Migido, ich cache seit etwa zehn Jahren und habe in dieser Zeit mehr als 3.500 Caches gefunden. Die meisten davon natürlich in Deutschland. Aber ich habe viel Spaß daran, meine Duftmarke zu hinterlassen, wenn ich irgendwo unterwegs bin. Inzwischen habe ich in vielen europäischen Ländern gecacht, z.B. in Spanien, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Österreich, der Schweiz, Schweden und in Dänemark. Oft führt mich die Suche nach einem Cache zu verlassenen Gebäuden oder Ruinen, die von der Straße aus nicht auszumachen sind. Solche sogenannten ‚Lost Places‘ faszinieren mich immer wieder ganz besonders.“

Wer nun Lust auf die moderne Schatzsuche bekommen hat und sofort durchstarten möchte, braucht im Grunde genommen nur die mobile App „GeoCaching“, die es für das iPhone, aber auch für Android-Smartphones gibt. Die App ist zunächst kostenfrei. Die Anwender können hier ein eigenes Profil anlegen, in dem anschließend die gefundenen Caches verwaltet werden, sodass sich die eigenen Bemühungen auf der Schatzsuche auch in Zahlen ablesen lassen.

3. Seniorenstammtisch des Fandoms

Eine grandiose Funktion: Die App findet via GPS den eigenen Standort heraus, zeichnet eine Karte auf den Bildschirm und markiert in ihr alle Cache-Schätze, die in der unmittelbaren Umgebung zu finden sind. Dank dieser Funktion kann die Schatzsuche jederzeit und an jedem Ort auf der Welt beginnen – ohne Vorbereitung und umgehend. Passend zu jedem Schatz hält die App umfassende Informationen bereit, sodass der Suchende schon vor dem ersten Schritt weiß, was ihn vor Ort erwartet. Die App weist auch auf die aktuelle Entfernung zum Schatz hin, verweist auf die Geländebeschaffenheit und listet den Schwierigkeitsgrad. Auch auf die Größe der „Schatztruhe“ wird verwiesen, sodass man bei der Suche nach der Cache-Dose den eigenen Blick feinjustieren kann. Wer möchte, kann sich einen Tipp zeigen lassen und sogar Fotos vom Cache abrufen, wenn sie denn in der App hinterlegt sind.

Sobald die Schaltfläche „Start“ gedrückt wird, zeichnet die App eine direkte Linie zwischen dem eigenen Standort und dem Schatz auf die Karte. Das Problem: Niemand wird „in Luftlinie“ über Häuser, Bahntrassen oder Gewässer zum Cache laufen können. Jetzt ist es die Aufgabe, den kürzesten Weg zu finden. Gelingt es, den Schatz zu heben, muss in der App der Button „Geocache loggen“ betätigt werden, um auf diese Weise den Cache in der Liste aufgespürter Schätze zu hinterlegen.

Das Problem: Die „GeoCaching“-App erlaubt in der kostenlosen Version nur einen Zugriff auf die ganz einfachen Caches. Wer Blut geleckt hat und auch ein paar kniffligere Aufgaben lösen möchte, muss Premium-Mitglied werden. Das kostet 5,99 Euro im Monat oder 29,99 Euro im Jahr. Zweifelsohne eine Summe, die angemessen ist – dafür, dass einem die Mitgliedschaft so manchen Spaziergang spannender gestaltet.

Profis schwören auf Rätsel-Caches. Hier geht es darum, nacheinander mehrere Caches aufzuspüren, wobei jeder Schatz wieder Hinweise auf den nachfolgenden gibt, bis am Ende die Koordinaten der finalen Schatztruhe enthüllt werden.

Gelungen ist, dass das Hobby Geocaching abgesehen von der Premium-Mitgliedschaft in der App nichts kostet. Man braucht nur robuste Wanderkleidung, gute Laune – und Enthusiasmus. Allein auf Geocaching.com gibt es weltweit 2,7 Millionen Caches. Es dürfte eine Weile dauern, diese alle zu finden. (Text: CS / Fotos: Markus Wolf, Michael Gierse)

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