Anzeigenzeitung für Zehlendorf, Steglitz & Umland - 03322-5008-0 - info@zehlendorfaktuell.de

13.07.2017

Geocaching in Berlin: Auf Schatzsuche

Wie bekommt man lauffaule Kinder und Ehemänner vom Sofa, um sie zu einem Spaziergang in der freien Natur zu animieren? Wie schafft man es, dass sie freiwillig bei Wind und Nieselregen durch das Unterholz brechen und stundenlang der Witterung trotzen? Ganz einfach: Man macht ein Spiel draus.

Seit vielen, vielen Jahren gibt es das Geocaching, das längst weltweit verbreitet ist, sodass man sich auch im Urlaub dem mobilen Spaß widmen kann. Das Geocaching ist im Grunde genommen nichts anderes als eine moderne Schatzsuche. Überall auf der Welt verstecken Menschen sogenannte „Caches“ in ihrer Umgebung, also in der freien Natur. Das sind kleine oder große wasserdichte Behälter, die so versteckt werden, dass sie sich auf den ersten Blick nicht aufspüren lassen. Im Internet (etwa auf www.geocaching.com) werden die Koordinaten dieser „Schätze“ hinterlegt. Mit der Hilfe passender Apps fürs Smartphone lassen sich die Verstecke gezielt ansteuern – allein in Berlin und in der Umgebung gibt es weit über achttausend von ihnen.

Echte Wertsachen mit Gold und Geschmeide sind in den Dosen allerdings nicht zu erwarten. Bei einem sogenannten „Traditional“-Schatz gibt es stattdessen kleine Geschenke. Man nimmt sich eins raus – und legt ein neues wieder dazu. Wichtiger ist es aber, sich mit Namen und Datum in ein Logbuch aus Papier einzutragen, das mit in der Büchse liegt. Die Funde lassen sich auch digital dokumentieren, sodass die Geocacher untereinander in einen spannenden Wettstreit treten können. Das funktioniert mit der App „GeoCaching“ sehr gut, die weltweit als Standard gilt.
Michael Gierse ist seit Jahren dem Geocaching verfallen. Er erklärt: „Mein Cachername ist Migido, ich cache seit etwa zehn Jahren und habe in dieser Zeit mehr als 3.500 Caches gefunden. Die meisten davon natürlich in Deutschland. Aber ich habe viel Spaß daran, meine Duftmarke zu hinterlassen, wenn ich irgendwo unterwegs bin. Inzwischen habe ich in vielen europäischen Ländern gecacht, z.B. in Spanien, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Österreich, der Schweiz, Schweden und in Dänemark. Oft führt mich die Suche nach einem Cache zu verlassenen Gebäuden oder Ruinen, die von der Straße aus nicht auszumachen sind. Solche sogenannten ‚Lost Places‘ faszinieren mich immer wieder ganz besonders.“

Wer nun Lust auf die moderne Schatzsuche bekommen hat und sofort durchstarten möchte, braucht im Grunde genommen nur die mobile App „GeoCaching“, die es für das iPhone, aber auch für Android-Smartphones gibt. Die App ist zunächst kostenfrei. Die Anwender können hier ein eigenes Profil anlegen, in dem anschließend die gefundenen Caches verwaltet werden, sodass sich die eigenen Bemühungen auf der Schatzsuche auch in Zahlen ablesen lassen.

3. Seniorenstammtisch des Fandoms

Eine grandiose Funktion: Die App findet via GPS den eigenen Standort heraus, zeichnet eine Karte auf den Bildschirm und markiert in ihr alle Cache-Schätze, die in der unmittelbaren Umgebung zu finden sind. Dank dieser Funktion kann die Schatzsuche jederzeit und an jedem Ort auf der Welt beginnen – ohne Vorbereitung und umgehend. Passend zu jedem Schatz hält die App umfassende Informationen bereit, sodass der Suchende schon vor dem ersten Schritt weiß, was ihn vor Ort erwartet. Die App weist auch auf die aktuelle Entfernung zum Schatz hin, verweist auf die Geländebeschaffenheit und listet den Schwierigkeitsgrad. Auch auf die Größe der „Schatztruhe“ wird verwiesen, sodass man bei der Suche nach der Cache-Dose den eigenen Blick feinjustieren kann. Wer möchte, kann sich einen Tipp zeigen lassen und sogar Fotos vom Cache abrufen, wenn sie denn in der App hinterlegt sind.

Sobald die Schaltfläche „Start“ gedrückt wird, zeichnet die App eine direkte Linie zwischen dem eigenen Standort und dem Schatz auf die Karte. Das Problem: Niemand wird „in Luftlinie“ über Häuser, Bahntrassen oder Gewässer zum Cache laufen können. Jetzt ist es die Aufgabe, den kürzesten Weg zu finden. Gelingt es, den Schatz zu heben, muss in der App der Button „Geocache loggen“ betätigt werden, um auf diese Weise den Cache in der Liste aufgespürter Schätze zu hinterlegen.

Das Problem: Die „GeoCaching“-App erlaubt in der kostenlosen Version nur einen Zugriff auf die ganz einfachen Caches. Wer Blut geleckt hat und auch ein paar kniffligere Aufgaben lösen möchte, muss Premium-Mitglied werden. Das kostet 5,99 Euro im Monat oder 29,99 Euro im Jahr. Zweifelsohne eine Summe, die angemessen ist – dafür, dass einem die Mitgliedschaft so manchen Spaziergang spannender gestaltet.

Profis schwören auf Rätsel-Caches. Hier geht es darum, nacheinander mehrere Caches aufzuspüren, wobei jeder Schatz wieder Hinweise auf den nachfolgenden gibt, bis am Ende die Koordinaten der finalen Schatztruhe enthüllt werden.

Gelungen ist, dass das Hobby Geocaching abgesehen von der Premium-Mitgliedschaft in der App nichts kostet. Man braucht nur robuste Wanderkleidung, gute Laune – und Enthusiasmus. Allein auf Geocaching.com gibt es weltweit 2,7 Millionen Caches. Es dürfte eine Weile dauern, diese alle zu finden. (Text: CS / Fotos: Markus Wolf, Michael Gierse)

Seitenaufrufe: 23

Zum Thema passende Artikel

27.10.2017

Grunewald: Zu Besuch bei den Odd Fellows

Das ganze Leben mit der Arbeit und dem Geldverdienen zu verbringen, das kann es doch nicht gewesen sein! Viele Menschen suchen nach einer weiteren Aufgabe, möchten sich gern persönlich weiterentwickeln und halten Ausschau nach einer Gemeinschaft, die wie eine Familie ist. mehr…

26.08.2017

Zehlendorf: Zu Gast im Hans Rosenthal Haus

Schluss mit dem Stubenhocken! Es gibt außerhalb der eigenen vier Wände ja noch so viel zu erleben. Senioren oberhalb der „50“ haben in Zehlendorf jederzeit die Gelegenheit dazu, sich im Hans-Rosenthal-Haus zu amüsieren, zu informieren und zu engagieren. (ANZEIGE) mehr…

02.07.2017

Schuljubiläum: 50 Jahre Namensgebung Werner-von-Siemens-Gymnasium!

Am 29. Mai feierte das Werner-von-Siemens-Gymnasium in der Beskidenstraße 3 in Nikolassee ein denkwürdiges Jubiläum: Die Schule trägt nun schon seit genau 50 Jahren den Namen des deutschen Erfinders und Industriellen. In einem großen Festakt wurde der Jubeltag an der Schule begangen, die bereits so viele Zehlendorfer besucht und mit dem Abitur in der Tasche verlassen haben (darunter auch der Autor dieser Zeilen). mehr…

30.05.2017

Zehlendorf: Deutschland summt!

Ohne unsere fleißigen Bienen geht in der Natur gar nichts. Unermüdlich fliegen sie von Blüte zu Blüte, sammeln den Nektar ein und verteilen dabei den Pollen auf die Blütenstempel. Gerade in der Stadt gibt es aber viel zu viel versiegelte Betonflächen, sterile Rasengärten und verödete Wiesen. mehr…

30.05.2017

Onkel-Toms-Hütte: Beziehungsprobleme?

Bei vielen Paaren kehrt nach der ersten und zweiten Verliebtheit der zermürbende Alltag in die Beziehung ein. Wenn Monotonie, Streit und unerfüllte Wünsche für Frustrationen sorgen, dann helfen Ralf Sturm (47) und Katharina Middendorf (39) gern. (ANZEIGE) mehr…

30.05.2017

Pflege & Gesundheit: Lernen in der Wannsee Schule

Was kommt eigentlich nach der Schule? Am besten eine solide Berufsausbildung. Seit fast 45 Jahren hilft die Wannsee-Schule in Heckeshorn jungen Menschen dabei, sich in drei Jahren zum Gesundheits- und Krankenpfleger, zum Physio- oder zum Ergotherapeuten ausbilden zu lassen. Für alle drei Ausbildungsbereiche gibt es auf dem Campus eigene Schulen. (ANZEIGE) mehr…

22.04.2017

Der erste Maikäfer

Ende April, Anfang Mai krabbeln sie frisch geschlüpft an warmen Tagen aus der Erde und fliegen in der Dämmerung vor allem um die Eichen, um ein Weibchen zu finden – die Maikäfer. Ganz egal, ob Feld- oder Waldmaikäfer: die großen Brummer sind leider selten geworden. mehr…

25.03.2017

Grunewald: Der Druiden-Orden

An einer neobarocken Villa am Dianasee unweit der Königstraße im Grunewald weist ein Schild darauf hin, dass hier das Logenhaus des Odd-Fellow-Ordens zu finden ist. Hier sind auch Logen der Freimaurer anzutreffen. Interessanter ist sicherlich noch der Deutsche Druiden-Orden (www.druiden-orden.de), der vor Ort von der Groß-Loge Berlin-Brandenburg und ihren drei Berliner Logen vertreten wird. (ANZEIGE) mehr…

25.03.2017

Wannsee: Tritordeum-Brot bei Exner

Wer in der Bäckerei seines Vertrauens Brot und Brötchen kauft, setzt bevorzugt auf die vertrauten Teiglinge, die dem eigenen Gaumen dauerhaft am besten munden. Die Neugierde sorgt aber dafür, dass die Kunden auch gern einmal etwas Neues ausprobieren. mehr…

21.12.2016

Botanischer Garten Dahlem: Christmas Garden

Der Botanische Garten in Dahlem beeindruckt den Besucher immer wieder mit seinen fantastischen Grünanlagen und den gewaltigen Gewächshäusern, die zu einem vegetarischen Rundgang durch die verschiedenen Biotope unserer Erde einladen. Das ganze Jahr über finden auf dem Gelände aber auch zahlreiche wissenschaftliche Exkursionen für Groß und Klein sowie kulturelle Veranstaltungen aller Art statt. (ANZEIGE) mehr…

21.12.2016

Zehlendorfer Schüler bekämpfen die Miniermotte

Alleen, die von Kastanien gesäumt werden, sind in der Regel echte Hingucker im Stadtbild. Seit viel zu vielen Jahren ist nach dem Frühling aber leider das Gegenteil der Fall. Schon weit vor dem Herbst färben sich die großen grünen Blätter braun, kringeln sich vertrocknend ein und fallen schließlich vor der Zeit zu Boden. Das ist kein Wunder: Die Bäume sind allesamt von einer Art Parasit befallen. mehr…

Unsere Schwestern­zeitung