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29.01.2018

Zehlendorf Mitte: Zu Besuch im Bali

Das Bali ist ein kleines Kino in einer Seitenstraße des Teltower Damms – nur ein paar Schritte vom S-Bahnhof „Zehlendorf“ entfernt. Der Autor dieser Zeilen hat es zum letzten Mal vor gut 40 Jahren betreten – als kleiner Stepke zusammen mit seiner Schulklasse. (ANZEIGE)

Im Kinosaal, der noch immer etwa hundert Zuschauern Platz bietet, wurde damals ein ganz spezieller Film gezeigt: Ein Junge bekommt eine Jeans geschenkt, aus deren tiefen Taschen er bei jedem Griff einen neuen Geldschein ziehen kann. Wie sich zeigt, verschwinden diese Geldscheine aber zugleich auf magische Weise aus dem Tresor der Bank um die Ecke. Die Diskussion nach dem Kinobesuch: Darf man die Segnungen der Zauberjeans zum eigenen Vorteil nutzen, wenn dadurch jemand anders geschädigt wird?

Kino mit Botschaft, oft auch mit politischer. Das ist das Anliegen des Bali-Kinos. Seit 39 Jahren betreibt Helgard Gammert (73) nun schon das kleine Kino. Sie jammert nicht, sondern freut sich über ein treues Stammpublikum und die Freiheit, im Kino das zu machen, was ihr am Herzen liegt.

Sie sagt: „Vor 39 Jahren war Manfred Salzgeber der Verantwortliche im Bali. Er war auch Chef einer eigenen Verleihfirma, die sich auf politische Filme spezialisiert hatte. In dieser Funktion kam er eines Tages nach Mannheim. Hier hatte ich mich bereits vier Jahre lang um das Programm des kommunalen Kinos gekümmert. Manfred fragte mich frei heraus: Willst du nicht mein Kino in Berlin haben, ich höre auf!“

Und Helgard Gammert wollte. Am 1. Januar 1979 übernahm sie als frisch zugezogene Berlinerin das Bali – das muss etwa ein Jahr nach dem Kinobesuch des Redakteurs gewesen sein. Gammert sagt: „Das Bali hatte damals einen irren Ruf, es war DAS politische Kino in Deutschland.“

Politische Kinofilme allein hielten das Bali aber all die Jahre über nicht am Leben. Der eine oder andere kommerzielle Film, mit dem Helgard Gammert leben konnte, kam deswegen auch ins Programm. Und sie baute ein umfangreiches Programm vor allem für die Kinder der Nachbarschaft auf. Auch heute noch ist das Kino voll, wenn einmal im Monat das „Spatzenkino“ ansteht, das vom Senat unterstützt wird.

Helgard Gammert: „Dann spielen wir für die ganz kleinen Kitakinder oft zwei bis drei kurze Filme nacheinander, in der Regel Animationsfilme. Das finden die Kinder ganz toll, da wird viel gelacht und geklatscht. So führen wir die Kinder an das Kino heran. Wir haben dabei immer so ein Ritual, bei dem die Betreuerin vor dem Filmstart laut ruft: ‚Licht aus, Film ab‘. Oft rufen das auch die älteren Jugendlichen, weil sie das noch aus ihrer eigenen Kindheit kennen.“
Auch die Schulen aus dem Bezirk nutzen das Bali. Dann kommen die Schüler im Rahmen einer Exkursion und schauen sich z.B. den Kinderfilm des Monats an.

Helgard Gammert: „Uns besuchen aber nicht nur Schulen aus Zehlendorf und Steglitz, sondern auch von weiter weg. Über die S-Bahn sind wir ja leicht zu erreichen. Viele Lehrer bauen Filme wie etwa ‘Die Welle‘ in ihren Unterricht ein. Dann schauen die Schüler den Film bei uns. Manchmal findet auch gleich noch die sich anschließende Diskussion bei uns im Bali statt. Die Schadow-Schule aus der Nachbarschaft mietet den Kinosaal an. Hier kümmern sich einzelne Schüler ganz professionell darum, ihre Mitschüler auf einen Film vorzubereiten – mit einer gesprochenen Einleitung und einer Powerpoint-Präsentation. Das ist immer sehr hochwertig gemacht.“

Am kürzesten Tag des Jahres kommt es im Bali auch zum Kurzfilm-Tag.

Helgard Gammert: „Die Pestalozzi-Schule etwa beschäftigt sich sehr intensiv mit dem Thema Kurzfilm. Da drehen die Schüler in der Schule eigene Kurzfilme, die dann im Bali uraufgeführt werden. Es ist schön zu sehen, wie auch die Lehrer in dieser Aufgabe aufgehen und die Schüler unterstützen. Filme können immer nur im Team entstehen. So wirkt man der Handy-Vereinsamung der Schüler entgegen und schafft tolle Erlebnisse. So etwas funktioniert aber auch nur im kleinen Kino.“

Die Inhaberin bedauert nur, dass die Jugendlichen außerhalb der Schulprojekte nicht mehr ins Bali kommen: „Wir haben die Jugendlichen an den Potsdamer Platz und das Sonycenter verloren. Früher waren die Jugendlichen immer zur 18-Uhr-Vorstellung im Bali, egal, welcher Film gezeigt wurde. Da flogen Papierschnippsel und es wurde viel gelacht. Das vermisse ich sehr.“

Natürlich steht das Programmkino allen offen. Das aktuelle Programm lässt sich im Internet aufrufen, gern aber auch als Flyer aus dem Kino mitnehmen. Kinder freuen sich auf die 16-Uhr-Vorstellung immer von Donnerstag bis Sonntag. Da spielen dann Filme wie „Paddington 2“, „Louis & Luca: Das große Käserennen“ oder „Burg Schreckenstein 2“.

Das Bali, das ausgeschrieben für „Bahnhofslichtspiele“ steht und bereits seit 1946 als Kino genutzt wird, bietet um 18 und um 20:30 Uhr von der Chefin handverlesene Filme für alle an: „Ich erstelle immer einen Monatsplan und suche gezielt Filme aus, die sehenswert und prämiert sind. Ich entscheide, was läuft – die Filme müssen zum Kino passen. Ich habe bei der Auswahl der Filme meine eigene Handschrift und setze auf Themen, die mir wichtig sind. Gern zeige ich Dokumentarfilme. Politische Filme sind mir weiterhin sehr wichtig. Die Zehlendorfer haben auch ein großes Interesse an kulturellen Filmen, etwa an Literaturverfilmungen.“ (Text/Fotos: CS)

Info: Bali-Kino, Teltower Damm 33, 14169 Berlin, Tel.: 030 – 8114678, www.balikino-berlin.de

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