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29.01.2018

Steglitz – Schloßstraße: Vinyl im Trend

Die Musik bleibt – aber das Medium ändert sich ständig. Viele, die heute 50 Jahre und älter sind, sind mit der Vinyl-Schallplatte aufgewachsen. Dann kam die CD, anschließend der digitale Download als MP3. Inzwischen wird Musik über das Internet gestreamt. (ANZEIGE)

Wolf-Dieter Kuntze (58) kennt sich mit der Thematik bestens aus. Der Britzer hat 1992 die letzte Platte bei City Music an der Gedächtniskirche aus dem Regal genommen, als die CDs den LPs den Garaus gemacht hat.

Seit dem Jahr 2000 ist er wieder im Geschäft. In einem Seitenarm der Steglitzer Schloßstraße ist der Plattenladen Shubashi zu finden – benannt nach einer Figur aus der Raumschiff-Orion-Fernsehserie. Hier stehen hauptsächlich gebrauchte CDs und Vinyl-Schallplatten zum Second-Hand-Kauf bereit. Vor allem die Vinyl-Platten sind sehr begehrt.

Wolf-Dieter Kuntze: „Vinyl ist seit einigen Jahren wieder sehr im Kommen. Die Musikfreunde lieben den Klang – und nehmen sich die Zeit, einer Platte gezielt zuzuhören. Ich würde sagen, Vinyl ist erneut in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Dazu mussten auch erst einmal die technischen Voraussetzungen geschaffen werden. Nach dem Siegeszug der CD gab es lange Zeit gar keine erschwinglichen Plattenspieler mehr im Laden zu kaufen. Und auch keine Verstärker mit Phono-Eingang.“

Viele Fans der älteren Generation fühlen sich sofort wieder in ihre Jugend zurückversetzt, wenn sie die originalen Platten der Siebziger und Achtziger in den Auslagen von Shubashi entdecken. Depeche Mode, ABBA, Barclay James Harvest, Talk Talk, AC/DC oder Visage gibt es da – mitunter sogar als Picture Disc mit aufgedrucktem Bildmotiv.

Keine Frage, diese Platten haben gut und gern 30 Jahre auf der Rille. Ob sie diese Zeit unbeschadet überstanden haben?

Wolf-Dieter Kuntze: „Hat eine CD einen Kratzer, dann kann sie nicht mehr abgespielt werden. Bei der Vinyl-Platte ist das anders, sie kriegt so schnell niemand kaputt. Wir schauen uns den Zustand der Platten an. Gute ohne Schäden kommen in den Verkauf. Platten, die auf vielen Fêten mit dabei waren, verkaufen wir eben deutlich preiswerter.“

Das musikalische Angebot vor Ort konzentriert sich auf Pop und Rock, auf Metal und Jazz, auf Soul und auf Filmmusik.
Wolf-Dieter Kuntze: „HipHop, Weltmusik und Elektro haben wir wenig, Volksmusik gleich gar nicht. Bemerkenswert ist, dass sich unsere Kundschaft in den letzten zwei, drei Jahren deutlich verjüngt hat. 60 Prozent unserer Kunden sind inzwischen unter 25 Jahre alt. Sie entdecken die Musik ihrer Eltern wieder neu und suchen dann gezielt nach alten Platten von den Beatles oder von Jimi Hendrix. Ob der Trend so anhält, das sehe ich vorsichtig optimistisch. Manche sagen, ich führe hier ein Museum. Man muss dafür geboren sein.“ (Text/Fotos: CS)

Info: shubashi – Der Plattenladen in Berlin Steglitz, Hubertusstraße 7, 12163 Berlin, Tel.: 030-79741350, www.shubashi.de

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