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16.12.2017

Mexikoplatz: Bei der Hypnose

Es gibt viele Wünsche und Probleme, die Menschen aus ganz Berlin und aus dem Umland in die gemütlich eingerichtete Praxis von Sylvia Porstein (44) führen. Unweit vom Mexikoplatz im Souterrain einer historischen Villa gelegen, können die Besucher sich abseits vom Trubel perfekt entspannen und geistig fallen lassen. (ANZEIGE)

Das ist auch gut so, denn Sylvia Porstein bietet fachkundige Hypnose-Behandlungen an.

Sylvia Porstein stammt aus Freiberg, lebt aber bereits seit 19 Jahren in Berlin. Im April 2016 hat sie ihre eigene Hypnose-Praxis aufgemacht. Die Heilpraktikerin für Psychotherapie arbeitet aber schon länger mit der Kraft, die aus dem Unterbewusstsein kommt. Zu ihr kommen Menschen, die mit dem Rauchen aufhören oder ihre Zuckersucht und damit das Übergewicht in den Griff bekommen möchten, die Schlafprobleme haben, depressiv sind oder die unter Phobien leiden, die ihr Leben negativ beeinträchtigen.

Sylvia Porstein: „Wichtig ist mir zunächst einmal die Feststellung, dass die therapeutische Hypnose nichts mit den Shows zu tun hat, die manchmal im Fernsehen gezeigt werden – und in denen die Hypnotisierten per Fingerschnippsen auf einmal merkwürdige Dinge tun. Eine Hypnose ist ein sehr entspannter Bewusstseinszustand, eine Trance, während der ich das Unterbewusstsein direkt erreichen kann. Aber selbst in diesem Zustand hat der Klient die gesamte Zeit über die Kontrolle, bekommt alles mit und kann zu nichts überredet werden, was er oder sie nicht genau so auch tatsächlich möchte. Ich sehe mich hier als Beifahrer, der Klient sitzt auch in der Hypnose weiterhin am Steuer. Aus diesem Grund ist es auch so wichtig, dass er eine Veränderung auch wirklich selbst herbeiführen möchte. Schickt der Partner einen Raucher zur Entwöhnung und der sieht das Problem selbst gar nicht ein, so kann die Hypnose keinen Erfolg haben. Ich kann nur so viel helfen, wie der Klient es zulässt.“

Eine klassische Gesprächstherapie spricht das Bewusstsein an, das laut der Hypnose-Expertin aber nur fünf Prozent unseres Geistes ausmacht. Die übrigen 95 Prozent entfallen auf das Unterbewusstsein, in dem auch unsere Emotionen, Glaubenssätze, Erfahrungen und Gewohnheiten verankert sind. Die Ursachen-orientierte Hypnose setzt genau an dieser Stelle an.

Sylvia Porstein: „Ganz egal, was für ein Problem wir haben oder über welches Symptom wir klagen – dazu gehört immer eine ganz konkrete Emotion. In der Trance finde ich die dazugehörende Emotion, gehe zu ihrem Ursprung zurück – meist liegt der im Kleinkindalter -, bearbeite die Situation nach und neutralisiere so das Ereignis. Da auf diese Weise die Quelle des Problems aufgehoben wird, löst sich auch das Symptom auf. Es kann durchaus sein, dass ein solches Ereignis aus der eigenen Vergangenheit, das stark in die Gegenwart ausstrahlt, ganz banal ist. Nach der Sitzung fühlt sich der Klient gut und erleichtert. Und übrigens auch etwas müde, denn wir haben ja durchaus zusammen ‚gearbeitet‘, wenn auch nur geistig. Diese Regressions-Hypnose, die den Emotionen in die eigene Vergangenheit nachreist und diese auflöst, ist die OMNI-Methode. Sie ist weltweit die einzige, die ISO9001-zertifiziert ist.“

Das Symptom, das im Alltag für Probleme sorgt – etwa Schlaflosigkeit – , und wegen dessen emotionalen Drucks der Klient oder die Klientin zur Hypnose-Therapeutin geht, ist im Grunde genommen nichts anderes als die Tankanzeige im Auto: „Da nützt es auch wenig, die Leuchte zu bearbeiten, bis sie nicht mehr leuchtet. Sobald die Ursache entfernt ist, das Auto also wieder betankt wurde, verschwindet das Symptom ganz von allein – die Leuchte geht aus.“

Was überrascht: Oft sind nur ein oder zwei Hypnose-Sitzungen nötig, es ist in der Regel kein langfristiger Prozess. Eine Sitzung dauert zwischen zwei und vier Stunden. Natürlich kann man in diesem Umfeld keine Prognose über die Dauer der Behandlung ablegen: Manche Probleme sind hartnäckig und machen zwei, drei zusätzliche Sitzungen notwenig.

Sylvia Porstein: „Was auffällig ist, ist ein Anstieg bei den Fällen mit Depressionen. Hier finde ich oft heraus, dass es in der Vergangenheit der Klienten gleich mehrere negativ besetzte Ereignisse gab, die mit starken Emotionen wie Frustration, Trauer oder Wut einhergehen, und die sich gegenseitig verstärken, bis es dann zu einer Depression kommt. Hier gelange ich an den Ursprung dieser Ereigniskette, um sie in der Trance aufzulösen. Wir gehen wirklich der Frage nach: Wo habe ich mich zum ersten Mal so schlecht gefühlt?“

Mitunter kann es passieren, dass Klienten so traumatisiert sind, dass für sie die Vorstellung zutiefst abschreckend ist, während der Hypnose in die eigene Vergangenheit zu reisen.

Sylvia Porstein: „In solchen Fällen setze ich auf das Simpson-Protokoll, das Ines Simpson aus Kanada entwickelt hat. Hier arbeite ich mit dem Überbewusstsein, das man auch mit der eigenen Intuition oder mit dem Bauchgefühl gleichsetzen kann. Das ist eine großartige Methode, mit der ich zunehmend arbeite. Hier müssen wir weder über das Problem sprechen noch in die vergangene Situation hineingehen, die für das Trauma gesorgt hat. Hier installiere ich in der Hypnose Fingersignale, die nicht bewusst gesteuert werden. Ich stelle dem Überbewusstsein in der Folge Fragen, die über die Fingersignale beantwortet werden. Das Überbewusstsein greift dabei auf die ‚Datenbank‘ des Unterbewusstseins zu. Es kennt das Problem und weiß die dazu passende Lösung.“

Es gibt viele verschiedene Gründe, die für eine Hypnose-Sitzung sprechen. Etwa Zwangshandlungen, sexuelle Funktionsstörungen oder Flugangst.

Sylvia Porstein: „Ich hatte bereits eine Kundin mit Liebeskummer, die mit diesen Gefühlen einfach abschließen wollte. Ich habe es aber auch manchmal mit der Vergebensarbeit zu tun. Etwa, wenn die Eltern bereits verstorben sind, die zurückgebliebenen Kinder aber noch Probleme mit ihnen aufarbeiten müssen, um den eigenen Frieden zu finden.“

Die Hypnose-Expertin führt Tage oder Wochen nach der letzten Sitzung ein 30-minütiges Nachgespräch durch, um auf diese Weise herauszufinden, wie die Hypnose gewirkt hat: „Mitunter haben die Klienten gleich mehrere Themen, mit denen sie im Alltag zu kämpfen haben. Sind diese Probleme eng miteinander verknüpft, so kann es durchaus sein, dass sich in der Hypnose alle auf einmal auflösen, sobald eine der Ursachen in Trance aufgelöst wurde.“

Bei der Hypnose-Therapie handelt es sich um eine Privatleistung, die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen das bislang noch nicht. Sylvia Porstein: „Es ist also eine Investition in die eigene Zukunft – für ein freieres und schöneres Leben.“ (Text / Fotos: CS)

Info: Privatpraxis für EMDR & Hypnose, Sylvia Porstein, Heilpraktikerin Psychotherapie, Kaunstraße 16, 14163 Berlin, Tel.: 030-33852514, www.emdr-hypnose-praxis.de

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