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02.01.2017

Nachgefragt #3: Reinhard von Ramin

Reinhard von Ramin (74) ist gebürtiger Berliner und in Wilmersdorf aufgewachsen. Er studierte in Hamburg Volkswirtschaft und lebte zwischendurch auch in Charlottenburg, Frankfurt und München. Seit 1984 wohnt der ehemalige Unternehmensberater an verschiedenen Plätzen in Zehlendorf, mit einem zweiten Standbein in Kitzbühel und später in Cape Coral, Florida.

Er hat vor einigen Jahren die Unternehmensberatung verkauft und hilft heute seiner Frau „Nika Lubitsch“ bei den Recherchen zu ihren Kriminalromanen, die hauptsächlich in Zehlendorf spielen.

Raus in die Natur: Ihr Lieblingsplatz in Zehlendorf?

Das ist auf jeden Fall der Schlachtensee oben an der Fischerhütte. Dort kehre ich auch gern ein, um das Treiben rund um den See zu beobachten und um etwas Leckeres zu essen.

Shopping: Wo kann man das in Zehlendorf am besten?

Wir haben totales Glück, denn wir wohnen in der Nähe vom Bogenhaus. Da gibt es alles, was man für den täglichen Bedarf benötigt, Lebensmittel, Apotheke, Brillen und: Parkplätze!

Wenn der kleine Hunger kommt: Der Imbiss Ihres Vertrauens?

Das ist der Currywurststand bei Krasselt vorn bei Kaisers in der Clayallee. Da kann ich kaum widerstehen.

Wenn der große Hunger kommt: Wo gehen Sie dann essen?

In meine Küche. Meine Frau kocht nun mal wie eine Fee. Wenn sie keine Lust dazu hat, dann kommt es darauf an: Wenn es schnell gehen soll, dann geht es zu unserem „Puschenitaliener“ Piazza Siciliana, weil wir dahin laufen können. Unprätentiös und lecker: Das „Adria“ in der Potsdamer Chaussee. Wenn es ein wenig feiner sein soll, dann sind wir bei Basti im „Il Brunello“ in der Spanischen Allee. Im Sommer sitzen wir auch gern ein paar Meter weiter auf der Terrasse vom „Pikilia“ und lassen uns mit griechischen Vorspeisen verwöhnen. Und nach einem schönen Film im Adria-Kino sind wir immer wieder gern bei unserem Lieblings-Inder „Nirwana“ in der Schlossstraße.

Abends etwas trinken: Nur wo?

Wenn ich mit einem Freund nur schnell ein Bierchen trinken möchte, dann sind Sascha und seine Derby-Klause meine erste Wahl. In der Robert-von-Ostertag-Straße.

Was für ein Laden fehlt Ihnen in Zehlendorf?

So ein richtiger türkischer Supermarkt. Wenn ich eine ordentliche Lammkeule kaufen will, Kalbsgulasch, frischen Mittelmeerfisch oder Obst und dicke Bündel mit Kräutern und das alles zu Superpreisen, dann muss ich immer nach Schöneberg fahren. So ein Laden um die Ecke wäre toll.

Wie beschreiben Sie den typischen Zehlendorfer?

Der typische Zehlendorfer will meiner Meinung nach einfach seine Ruhe haben.

Was muss man in Zehlendorf unbedingt gesehen haben?

Unsere wundervollen Seen, die sich wie Perlen an einer Kette durch den Grunewald schlängeln. Den Mexiko-Platz, wenn hinter den Gleisen glutrot die Sonne untergeht.

Was sollte man tunlichst in Zehlendorf NICHT gesehen haben?

Eine Rotte Wildschweine, die einem entgegenkommt, wenn man im Auto sitzt.

Was ist das Besondere an Zehlendorf?

Man wohnt in der Großstadt, fühlt sich aber in Zehlendorf wie auf dem Dorf.

Was nervt an Zehlendorf?

Mich nervt, dass hier um 21.00 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden. Ich war ganz erstaunt, als ich neulich um 17.00 Uhr in ein Restaurant ging und alle Plätze besetzt waren. Jetzt weiß ich, warum „meine“ Restaurants immer halb leer sind, wenn wir essen gehen, die meisten Gäste kommen zur „Kindergeburtstagszeit“. Auch im Angebot der Restaurants spiegelt sich immer mehr das Alter der Gäste wider: Es wird fast nur noch Mineralwasser mit wenig Kohlensäure angeboten und das Essen ist so gut wie ungesalzen. Ich bin zwar auch nicht mehr taufrisch, aber ich will meine Getränke und mein Essen gern noch spüren.

Das Beste, was Ihnen in Zehlendorf je passiert ist…

Dass wir eine perfekte, altengerechte Wohnung gefunden haben, wo ich ohne eine einzige Treppe zu steigen mit dem Fahrstuhl aus der Tiefgarage direkt in meine Wohnung komme. Und wenn man später nicht mehr fahren kann, direkt vor der Tür hält ein Bus, der mich zu allen meinen Lieblingsplätzen, zu Supermärkten und Ärzten bringt und Anschluss an U- und S-Bahn bietet. Aber wenn ich hinten aus dem Fenster schaue, dann sehe ich nur Garten und uralte Bäume.

Foto: Porträt by TIKWA (Mathias Neumann)

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