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24.04.2018

Kino im Capitol Dahlem-Dorf

Die kleinen Kinos sterben aus. Hier und dort schaffen es aber einige kleine Lichtspielhäuser, sich gegen die große Multiplex-Konkurrenz zu behaupten. In Dahlem, in direkter Nachbarschaft zur U-Bahn, zur Freien Universität Berlin und zu den Museen gibt es so seit vielen Jahren das Capitol. (ANZEIGE)

Dabei handelt es sich um ein Kino mit einem Saal und 162 Plätzen, das mitten in einer schönen Jugendstilvilla untergebracht ist.

Das Capitol atmet Geschichte. Im Haus, das 1928 erbaut wurde, äußerte zunächst 1941 Professor Carl Froehlich als Präsident der Reichsfilmkammer den Wunsch, einen Projektionsraum anzubauen. So entstand ein privater Kinosaal. Im zweiten Weltkrieg wird die Jugendstilvilla bei englischen Luftangriffen getroffen. So entstand Platz für den langen, schmalen und zweigeschossigen Kinosaal, der sich im hinteren Bereich durch einen Rang auszeichnet.

1947 übernahm Gustav Lehmann das Kino. Er modernisierte es, verlegte den Kinoeingang zur Straße hin und machte aus einem noch bestehenden Herrenzimmer das heutige Foyer. Er sorgte auch dafür, dass 1950 der Schriftzug „Capitol“ an der Hauswand angebracht wurde. 1956 wurde Gerhard Klein der neue Betreiber im Capitol. 30 Jahre lang spielte er ein anspruchsvolles Filmprogramm und ergänzte es mit Autorenlesungen und Podiumsdiskussionen.

So etablierte sich das Capitol Dahlem als Filmkunst-Theater. 1964 wird die FU Berlin Eigentümerin des Gebäudes. 1986 übernahm Heinz Hinze, Berater und Filmvorführer bei Gerhard Klein, die Leitung. Der letzte große Einschnitt: Die York-Kino GmbH übernimmt das Capitol 1994 und modernisiert es Stück für Stück. 2013 wird es umgestellt auf die digitale Projektion. Gezeigt werden nun vor allem europäische Filme, vorwiegend als Premieren.

Thomas Grambow (46) hat bereits als Schüler angefangen, als Platzanweiser im Capitol zu arbeiten. Er ist dem Capitol immer treu geblieben, erst als Kassierer, dann auch als Filmvorführer. Er sagt: „Unsere Zuschauer kommen zu 50 Prozent direkt aus der Nachbarschaft. Sie kommen aus Lichterfelde, aus Wannsee oder aus Kleinmachnow – und schätzen die gemütliche Atmosphäre unseres Kinos. Auch mit der U-Bahnlinie 3 werden viele Zuschauer angeschwemmt. Wir können sagen, dass das treue Stammpublikum die Existenz unseres Kinos gesichert hat. Südlicher als hier gibt es auch kein anderes Programmkino in Berlin. Obwohl die FU Berlin gleich nebenan zu finden ist, zählen aber nur wenig Studenten zu unseren Besuchern. Es sind vielleicht zwei bis drei pro Vorstellung.“ (Text/Fotos: CS)

Info: Capitol Dahlem, Thielallee 36, 14195 Berlin, Tel.: 030-8316417, www.yorck.de/kinos/capitol-dahlem

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