Anzeigenzeitung für Zehlendorf, Steglitz & Umland - 03322-5008-0 - info@zehlendorfaktuell.de

24.04.2018

Domäne Dahlem: 16. Bratwurstmeisterschaft der Fleischer-Innung Berlin 2018

Schon Otto von Bismarck sagte: „Je weniger die Leute davon wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie.“ Nun ist es so, dass gerade die Berliner ihren Fleischermeistern blind vertrauen: Die machen das schon ordentlich. Ob Currywurst, Bockwurst oder Rostbratwurst: Wurst isst der Berliner quasi zu jeder Tageszeit, zu jedem Anlass und in jeder Gesellschaft.

Die Currywurst an der Bude kommt für ihn einem entspannenden Kleinurlaub nahe. Und wenn er es sich im eigenen Garten gemütlich machen möchte, dann darf das Dutzend Würschtle für den Grill auf gar keinen Fall fehlen.

Auch heute gilt bei den meisten Fleischern in der Hauptstadt noch immer: Kommt der Nachwuchs mit zum Einkaufen, gibt‘s stets noch ne Wiener als kleines Geschenk in die Kinderhand. So sind wir alle großgeworden – und so wird sich auch die aktuelle Generation einmal erinnern.

In einem wurstvernarrten Umfeld wie Berlin scheint es ganz natürlich, dass es im Ort auch eine eigene Bratwurstmeisterschaft gibt. In diesem Jahr lobte die Fleischer-Innung Berlin bereits zum 16. Mal den Wettbewerb aus, dem neun Fleischereien in die urige Location auf der Domäne Dahlem folgten.

Unfassbar viele Menschen nutzten im April bei bestem Wetter die Gelegenheit, die extra für das Event „erfundenen“ Würste zu verkosten und ein Urteil zu fällen.

* * *

Wenn den Berlinern eines heilig ist, dann ist das ihre Bratwurst. Jeder kennt den Fleischer seines Vertrauens, der die beste Wurst im Angebot hat. Nur sie kommt Zuhause auf den glühenden Grill – als Sattmacher, als Problemlöser und erst recht als Zeichen guter Berliner Lebenskultur.

In diesem wurstfreundlichen Umfeld ist es natürlich für die Traditionsfleischerbetriebe eine echte Herausforderung und ein gern wahrgenommener Wettbewerb, die „beste“ Wurst herzustellen. Und so organisiert die Fleischer-Innung Berlin bereits seit vielen Jahren eine alljährliche Bratwurstmeisterschaft. Die 16. Neuauflage dieses kulinarischen Wettstreits fand in diesem Jahr einmal mehr auf dem Gelände der Domäne Dahlem statt – am 8. April kämpften insgesamt neun Betriebe aus Berlin, Hohenseefeld, Hohen Neuendorf, dem Schwielowsee, Bliesdorf, Jüterbog und Groß Pankow um die Gunst der Wurstfreunde.

Bei blauem Himmel, strahlender Sonne und angenehmen Temperaturen suchten so viele Menschen wie noch nie zuvor den Weg auf das Gelände, um als Jury bei der Bratwurstmeisterschaft mit dabei zu sein. Martin Stock, Geschäftsführer der Fleischer-Innung Berlin: „Wir konnten wieder einen neuen Besucherrekord verzeichnen. Wir können das aufgrund der verkauften Eintrittskarten recht genau ermitteln. Es wurden dieses Jahr über 8.500 Karten verkauft. Da Kinder und einige Gruppen keinen Eintritt bezahlen müssen, gehen wir von knapp 10.000 Besuchern aus. Das hatten wir wirklich noch nie.“

Die Besucher bekamen gleich an der Kasse einen Bewertungsbogen in die Hand gedrückt. Er führte die neun mutigen Fleischereien auf, die an dem Wettbewerb um die beste Wurst teilnehmen wollten. Auf dem Zettel konnte man nach der Verkostung passend zum eigenen Geschmacksempfinden ein Kreuz machen und ihn anschließend in einer gläsernen Sammelbox versenken.

Jede Fleischerei stellte sich zunächst dem Wettbewerb „Beste traditionelle Bratwurst“. In einem zweiten Wettbewerb ging es um die „beste kreative Bratwurst“. Bei diesem Wettbewerb war es die Aufgabe, sich eine komplett neue Bratwurstrezeptur auszudenken. Einmal mehr haben sich die Fleischermeister ordentlich den Kopf zerbrochen, um den Gästen ein ganz besonderes Geschmackserlebnis zu ermöglichen.

Die Landfleischerei Apel schickte so etwa eine Apfel-Röstzwiebelwurst ins Rennen, die Fleischerei Bachhuber eine Sweet-Potato-Wurst mit Süßkartoffeln und Roter Rübe. Die Fleischerei Mathias Bothe legte eine Putenbratwurst mit Aprikose auf den Grill und die Fleischerei Genz hatte eine Bergerac-Kartoffel-Bratwurst im Programm. Mit der Hähnchenbratwurst mit Tomate und Basilikum wollte die Fleischerei Höhne überzeugen. Die Neudorfer Fleischerei hatte einen Frühlings-Griller mit Spargel und Käse mit dabei, Konnopke‘s Imbiss packte die Cheese-Bacon-Bratwurst ins Brötchen und am Ende hatte die Fleischerei Otmar Ullrich auch noch eine mediterrane Wurst im Gepäck.

Markus Genz von der Fleischerei Genz präsentierte die Bergerac-Kartoffel-Bratwurst. Das Besondere an der Bergerac-Kartoffel – sie erscheint lila, wenn man sie aufschneidet. Und sie hat einen intensiv würzigen und nussigen Geschmack, der an die Marone erinnert. Genz: „Bei uns im Betrieb kommen vor dem Wettbewerb alle Mitarbeiter und bringen Ideen für neue Bratwürste ein. Fünf bis sechs dieser Ideen setzen wir dann probeweise in die Tat um. Nach einer Verkostung bleiben stets nur noch ein bis zwei Wurstrezepte übrig, die wir dann ‚feintunen‘. Am Ende beziehen wir immer auch unsere Kunden mit ein und verkaufen die neuen Würste für den Wettbewerb probeweise im Laden. Unsere Stammkunden fiebern natürlich immer mit ihrem Metzger mit und fragen uns nach dem Wettbewerb auch gleich, ob wir denn wohl gewonnen haben.“

Das sieht in der Fleischerei Bachhuber (mit einer Filiale am Mexikoplatz in Zehlendorf) nicht anders aus. Harald Kutschinski: „Schon Anfang Januar denken die Mitarbeiter an die Bratwurstmeisterschaft und bringen eigene Ideen und Vorschläge für den Kreativ-Wettbewerb ein. Am Ende liegen meist so zehn bis fünfzehn Vorschläge vor. Wir laden dann zu einer Versammlung ein, zu der auch das Verkaufspersonal erscheint. Im Gespräch brechen wir die Anzahl der Vorschläge auf etwa acht Würste herunter. Manche Vorschläge fallen durchs Raster, etwa, weil sie mit Schokolade auftrumpfen. Schokolade würde aber auf dem Grill verbrennen. Die verbleibenden Würste produzieren wir alle in einer Woche und verkosten sie gemeinsam. Da bleibt nur noch ein Kandidat übrig. In diesem Jahr war dies die Wurst mit der Süßkartoffel, das wurde demokratisch beschlossen. Für uns ist die Bratwurstmeisterschaft ein wichtiges Event und ein Highlight. Wir sind ja erst im dritten Jahr mit dabei – und haben schon einen 2. und einen 3. Platz belegen können. Wir sind definitiv hier, um zu gewinnen.“

Zum Thema Bratwurst hat jeder Berliner eine ganz eigene Meinung. Und so wundert es nicht, dass viele Besucher großen Spaß daran hatten, sich zur Jury zu zählen und am Ende einen Bewertungsbogen abzugeben. Bei der Auswertung, die nach 16 Uhr erfolgte, waren die beiden befragten Fleischereien ganz weit vorn mit dabei. Das Ergebnis für 2018:

16. Berliner Bratwurstmeisterschaft
In der Kategorie: „Traditionelle“ Bratwurst:

1. Platz: Fleischerei Genz OHG – Merguez
2. Platz: Fleischerei Bachhuber
Bachhubers Traditionelle
3. Platz: Fleischerei Otmar Ullrich
Bärlauchbratwurst

In der Kategorie „Kreative Bratwurst“:
1. Platz: Fleischerei Bachhuber –
„Sweet potato“
2. Platz: Fleischerei Genz OHG –
Bergerac-Kartoffel Bratwurst
3. Platz: Neudorfer Fleischerei –
Frühlingsgriller mit Spargel und Käse

Martin Stock: „In diesem Jahr waren es nach unserer Rechnung ca. 14.000 Bratwürste, die an diesem einen Tag an die Kunden ausgegeben wurden. Davon wurden nach unseren Erfahrungswerten ca. 75 Prozent verkauft und 25 Prozent in den drei Probedurchgängen kostenlos an die Besucher zur Bewertung ausgegeben, immerhin fast 3.500 Bratwürste. Rund 2.800 Bratwürste wurden im sogenannten Frischeverkauf von den Besuchern vor Ort gekauft und mit nach Hause genommen.“

Lohnend war bei der gelungenen Veranstaltung, dass es nicht überall um die Wurst ging. An vielen weiteren Ständen wurden Crêpes, Kartoffelchips oder Eiswaffeln verkauft. Auch Händler wie die Kräuter-Heidi, der Speck-Dealer und die Berliner Senf Manufaktur nutzen die Gelegenheit, sich vor Ort vorzustellen.

Und wer‘s verpasst hat: Auch im nächsten Jahr wird wieder nach Kräften gebruzzelt. Wursthunger haben die Berliner schließlich immer. (Text/Fotos: CS)

Seitenaufrufe: 15

Zum Thema passende Artikel

23.06.2018

Kunst & Design – Markt am Mexikoplatz

Das weiß ganz Berlin: Immer an den Adventssonntagen gibt es am Mexikoplatz in Zehlendorf den Kunstmarkt. Seit vielen Jahren findet er bereits vor Ort statt und präsentiert den Besuchern Kreatives aus kleinen Manufakturen. Nachdem der Markt zuletzt vor dem Aus stand, hat Cornelja Hasler von der KUNSTHAND-BERLIN (www.kunsthand-berlin.de) die Leitung übernommen mehr…

22.06.2018

Lichterfelde-West: Großer Bahnhof mit Kram & Krempel

Feste muss man feiern, wie sie fallen. In den letzten Jahren hat sich das Sommerfest am Bahnhof Lichterfelde West zu einem wahren Publikumsmagnet gemausert, das viele Besucher anlockt. Organisiert wird die bunte Bahnhofssause von Harald Hensel und seinem Team. mehr…

22.06.2018

Botanischer Garten: Die Victoria kehrt zurück!

Nach zwölf langen Jahren Wartezeit aufgrund der Grundsanierung des Victoriahauses (www.victoriahaus-berlin.de) im Botanischen Garten bekommt Berlin nun endlich seine beliebte Riesenseerose Victoria und eine der weltweit wichtigsten Wasserpflanzen-Sammlungen zurück. mehr…

22.06.2018

Märchenwelten im Museumsdorf Düppel

Das Museumsdorf Düppel ist ein Ausflugsziel der besonderen Art, ein interessantes Kleinod, das den Besucher der Zeit entrückt und ihn in eine Vergangenheit etwa 800 Jahre vor unser Zeit zurückwirft. Das Museumsdorf besteht aus kleinen strohgedeckten Holzhäusern mit Lehmwänden, die von einem hohen Palisadenzaun eingefasst werden und von landwirtschaftlichen Flächen umgeben sind. mehr…

22.06.2018

Hanami – Japanisches Kirschblütenfest in Lichterfelde und Teltow

Auf dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen Berlin-Lichterfelde und Teltow stehen über eintausend japanische Kirschbäume. Sie geben das ganze Jahr über ein eher unscheinbares Bild ab. In jedem Frühjahr blühen sie aber – immer Ende April und Anfang Mai. In diesem Zeitraum verwandelt sich der ehemalige Grenzort in ein pinkfarbenes Blütenmeer, das viele tausend Besucher anlockt. mehr…

25.04.2018

Großer Staudenmarkt im Botanischen Garten 2018

Was steht wohl an, wenn Heerscharen von Menschen schon ganz früh am Wochenende mit Schubkarren und Bollerwagen bestückt den Weg zum Botanischen Garten antreten? In diesem Fall wollen sie den Berliner Staudenmarkt (www.berliner-staudenmarkt.de) besuchen, der zwei Mal im Jahr von der Gärtnerhof GmbH veranstaltet wird.  mehr…

24.04.2018

Premiere im Schlosspark Theater in Steglitz: Die Wahrheit

„Wenn die Leute von heute auf morgen aufhören würden, sich zu belügen, gäbe es kein einziges Paar mehr auf Erden.“ (Michel). Wenn das Schlosspark Theater ein neues Stück ansetzt, dann ist es für den Theaterfreund schlau, sich gleich Karten für die Premiere zu sichern. mehr…

24.04.2018

Domäne Dahlem: 16. Bratwurstmeisterschaft der Fleischer-Innung Berlin 2018

Schon Otto von Bismarck sagte: „Je weniger die Leute davon wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie.“ Nun ist es so, dass gerade die Berliner ihren Fleischermeistern blind vertrauen: Die machen das schon ordentlich. Ob Currywurst, Bockwurst oder Rostbratwurst: Wurst isst der Berliner quasi zu jeder Tageszeit, zu jedem Anlass und in jeder Gesellschaft. mehr…

24.03.2018

Schattenlichter-Theater in Zehlendorf-Mitte: Der Vorname

Einmal im Jahr treten die Schattenlichter (www.schattenlichter.info) im Gemeindehaus der Paulus-Gemeinde auf, um an nur drei Abenden ihr neu einstudiertes Theaterstück zu zeigen. Das hieß in diesem Februar „Der Vorname“ – und begeisterte die Zuschauer einmal mehr. mehr…

19.12.2017

Der Kinder-Wunschbaum in Schlachtensee

In der Weihnachtszeit ist es wichtig, dass vor allem die Kinder eine schöne Zeit haben. Die Von Poll Immobilien Geschäftsstelle Zehlendorf hat sich mit den Geschäften in Schlachtensee zusammengeschlossen, um in Kooperation mit dem Kinderprojekt „Die Arche“ Gutes zu tun. mehr…

19.12.2017

Premiere im Schlosspark Theater: Mosca und Volpone

Im Steglitzer Schlosspark Theater (www.schlossparktheater.de) zeigte das Moral-Thermometer im Dezember ganz plötzlich extreme Minusgrade an. Im neuen Stück „Mosca und Volpone“, das am 2. Dezember Premiere feierte, geht es nämlich um die ganz niedrigen Beweggründe – um die pure und ungefilterte Raffgier. mehr…

19.12.2017

Geschenke kaufen auf dem Mexikoplatz

Viele Berliner suchen zu Weihnachten nach einem ganz besonderen Geschenk. Es sollte nicht von der Stange kommen und zugleich auch etwas Individuelles sein. Viele Zehlendorfer wissen bereits seit Jahren, dass sie solche Präsente besonders gut auf dem Weihnachtsmarkt am Mexikoplatz kaufen können. mehr…

19.12.2017

Christmas Garden 2017 im Botanischen Garten

In der Weihnachtszeit verwandelt sich der Botanische Garten in den „Christmas Garden“ (www.christmas-garden.de). Das aus England übernommene Lichterspektakel findet in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal in Berlin statt – und das Interesse der Menschen ist riesengroß. mehr…

27.10.2017

Zehlendorf: 1 Jahr Frischemarkt

Was gibt es Schöneres, als am Wochenende in aller Gemütlichkeit über einen lokalen Markt zu schlendern, um sich direkt vom Erzeuger mit frischen Produkten einzudecken? Seit nunmehr einem Jahr gibt es den Zehlendorfer Frischemarkt direkt am S-Bahnhof „Zehlendorf“ – und zwar auf dem Postplatz an der Anhaltinerstraße. mehr…

27.10.2017

Tag der offenen Höfe in Teltow 2017

Teltow wächst – und wird auch für die Berliner immer attraktiver. In Teltow gibt es viele spannende Betriebe, gute Restaurants, eine abwechslungsreiche Landwirtschaft und eine historische Altstadt. Die Häuser der Altstadt wurden in den letzten Jahren aufwändig saniert. mehr…

27.10.2017

Domäne Dahlem: Kramer Zunft & Kurzweyl

Es gibt eine große Sehnsucht nach längst vergangenen Zeiten. In unserer modernen Welt mit Autos, Fernsehern und Essen aus dem Supermarkt haben viele Menschen großen Spaß daran, sich noch einmal ins Mittelalter zu träumen – und wenn auch nur für einen Nachmittag. mehr…

26.08.2017

Das SurviCamp in Wannsee: Überleben im Wald

Wie funktioniert das eigentlich, das Überleben jenseits der Zivilisation? Ich habe davon eine vage Ahnung. Ich war immerhin bei den Pfadfindern und kann ein Feuer entzünden und ein Zelt aufbauen. Mein Opa hat mir beigebracht, welche Pilze man essen kann und dass Schlehen und Maulbeeren lecker sind. (ANZEIGE) mehr…

25.08.2017

Zehli Bräu e.V. lud zum 2. Brauereifest Berlin-Südwest ein

Ein guter Humpen Bier, nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut, hält Leib und Seele zusammen. Das wussten schon die alten Mönche, die sich bereits vor Jahrhunderten zwischen ihren himmlischen Gebeten mit der ziemlich irdischen Braukunst beschäftigt haben. Leider wurde der Braukunst lange Zeit keine besondere Aufmerksamkeit mehr geschenkt. mehr…

Unsere Schwestern­zeitung