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24.03.2018

Steglitz: Zu Gast im Roberto

Ja, wie soll man das beschreiben? Die Steglitzer Siemensstraße ist nicht gerade die schönste Flaniermeile des Bezirks. Wer hier unterwegs ist, sucht eher eine Autowerkstatt als ein Restaurant. Aber genau hier ist eine kleine Gastronomie mit einer Terrasse und vielleicht 30 Plätzen im großen Innenraum zu finden. (ANZEIGE)

Zuletzt war hier kulinarisch leider nicht mehr besonders viel los. Ein neuer Betreiber hat die Gastronomie deswegen am 15. Januar 2018 übernommen und das „Roberto“-Schild an der Außenwand montiert.

Der neue Name ist Programm. Der neue Chef heißt Roberto Ugolini (62). Er stammt aus Ferrara auf Sizilien und hat lange in Italien im Bereich Tourismus und Hotellerie gearbeitet: „Fast 30 Jahre lang habe ich ein Bungalow-Dorf an der Adria geleitet, da gehörte auch eine Gastronomie mit dazu. Ich reise sehr gern und wollte nun gern in einem anderen Teil der Welt meine Zelte aufschlagen. Eigentlich wollte ich nach Südafrika auswandern. Aber da dauert es inzwischen sieben bis acht Monate, bis ein Business Plan geprüft und akzeptiert wird. Das war mir zu lange. Also bin ich nach Deutschland und nach Berlin gegangen. Da lebt auch meine Tochter, sodass es eine Win-Win-Situation ist.“

Mit dem „Roberto“ hat Roberto Ugolini viel vor. Sein Projekt beschreibt er wie folgt: „Aus einer Kombination von Ideen zwischen einem Unternehmer und einem aufstrebenden Koch entsteht das Restaurant Roberto im Zeichen der Haute Cuisine und der italienischen Gastfreundschaft.“

Der Koch Luca Gulino (24) gehört fest zum Konzept mit dazu. Der junge Koch stammt ebenfalls aus Sizilien. Er hat bereits auf Sizilien in den 2-Sterne-Restaurants Ragusa und Locanda gearbeitet, gelernt hat er im 1-Sterne-Restaurant La Fenice. In Berlin war er zuletzt im Hotel de Rome engagiert.

Luca Gulino bringt eine große Auszahl Rezepte mit ins „Roberto“, die italienische Wurzeln nicht verleugnen können, sich aber an der gesamten europäischen Küche bedienen. Zugleich kombiniert Luca Methoden, Aromen und Präsentationsweisen aus der gehobenen Sterne-Küche mit einem kompromisslosen Einfallsreichtum.

Kurzum: Wer beim Speisen endlich einmal wieder überrascht und begeistert werden möchte, wer Qualität auf Sterneniveau zu bezahlbaren Preisen sucht und wer trotzdem normale Portionen auf seinem Teller vorfinden möchte, der MUSS den Weg nach Steglitz antreten und das „Roberto“ besuchen.

Die Speisekarte ist wunderbar klein und überschaubar. Alles wird frisch gekocht und zubereitet. Bei jedem einzelnen Gericht spürt man die ungestüme Hingabe des Kochs, der ungewöhnliche Aromen miteinander kombiniert und den Gast auf eine Reise des kulinarischen Wahnsinns einlädt.

Wir haben einige Speisen gekostet (Fotos zeigen Probierportionen, nicht die echten). Ein Traum: das butterzarte Tartar vom Piemontesischen Fassona-Rind mit leichter Mayonaise aus Kapern der Pantelleria, Salzkristallen und Norcino Trüffel. Perfektion pur: Frische Tagliolini mit warmer Gazpacho, mariniertem Hummer, knusprigem Kräuterbrot und Cetara-Sardellen-Balsam. Und die Krönung: der Irländische Lammsattel gepudert mit Petersilie mit leichter arabischer Kaffee-Sosse und gefüllter Zwiebel. Der Clou ist, dass die Preise im „Roberto“ absolut fair kalkuliert sind. Das teuerste Gericht steht mit 28 Euro auf der Karte. Bei dem angebotenen Niveau und der Sterne-Küche-Erfahrung von Koch Luca ist dies ein absolutes Schnäppchen.

Ganz in diesem Sinne muss man der gastronomisch ja durchaus verwöhnten Zehlendorfer Bevölkerung zurufen: Unterstützt dieses Restaurant, damit Luca Gulino seinen Plan umsetzen kann. Passend zu jeder Jahreszeit möchte er die Karte komplett neu schreiben. Wir können es kaum erwarten, die neuen Kreationen zu probieren.

Eine echte Besonderheit: Es gibt eine glutenfreie Karte. Und werktags einen preiswerten Mittagstisch von 12 bis 14 Uhr. (Text/Fotos: CS)

Info: Ristorante Caffe Roberto, Siemensstraße 40, 12247 Berlin, Tel.: 030-81001005, www.ristorantecafferoberto.de

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