Anzeigenzeitung für Zehlendorf, Steglitz & Umland - 03322-5008-0 - info@zehlendorfaktuell.de

24.03.2018

Nachgefragt #18: Carolina Böhm, Stadträtin

Carolina Böhm ist Stadträtin für Jugend, Gesundheit und Integration in Zehlendorf-Steglitz. Über sich selbst erzählt sie: „Im Jahr 1985 bin ich aus Düsseldorf nach Berlin gezogen, um hier Politikwissenschaften zu studieren. Das Studium habe ich mit dem dazugehörigen Diplom abgeschlossen und betrachte mich, seit ich hier den größten Teil meiner Lebenszeit verbringe, als Berlinerin.

Seit Februar 2017 bin ich als Stadträtin im Bezirk Steglitz-Zehlendorf tätig und es ist die schönste Tätigkeit meines Lebens. Nach vielen beruflichen Stationen in der Jugendbildungsarbeit, im Bereich der Integration, zeitweise Referentin im Abgeordnetenhaus, auch in der Begleitung von Schulen berlinweit, bin ich nun – gut ausgestattet mit Wissen und Netzwerken – an der richtigen Stelle angekommen, als Jugend und Gesundheitsstadträtin.“

Raus in die Natur: Ihr Lieblingsplatz in Zehlendorf?

Die Pfaueninsel! Seitdem ich das Buch „Pfaueninsel“ von Thomas Hettche gelesen habe, stelle ich mir immer vor, als Zwergin auf der Insel den Kängurus zu begegnen und im Gebüsch einen Karfunkelstein zu finden…

Shopping: Wo kann man das in Zehlendorf am besten?

Was für eine Frage – in der Schlossstraße – mit all ihren Seitenstraßen.

Wenn der Hunger kommt: Wo kehren Sie ein?

Das ist dann meist kein Restaurant – wenn der Hunger kommt, muss es schnell gehen. Das heißt in Steglitz, wenn Markt ist, ein Fischbrötchen, und in Zehlendorf eventuell der Imbiss am S-Bahnhof, der einzige in Berlin, der neben der Curry-Wurst drei teure Champagnersorten im Angebot hat – Zehlendorf halt. Mein Lieblingsrestaurant ist leider in Kreuzberg.

Was für ein Laden fehlt Ihnen in Zehlendorf?

Mhm – keine Ahnung, vielleicht ein Apple-Flagship-Store oder Pilatesbedarf für Katzen?

Was muss man in Zehlendorf unbedingt gesehen haben?

Unbedingt gesehen haben sollte man, ich hoffe, Steglitz gilt als Antwort auch: den Botanischen Garten und zwar unbedingt an einem der Staudenmarktwochenenden!

Welche Ecke im Bezirk hat den größten Handlungsbedarf?

Das ist eine schwierige Frage, denn als Jugend und Gesundheitsstadträtin sehe ich in Steglitz-Zehlendorf an jeder Ecke Handlungsbedarf: Es gibt zu viel ungepflegte und kaputte Spielplätze, es gibt viel zu wenig sichere und gut ausgebaute Radwege, die Jugendfreizeiteinrichtungen müssen alle saniert werden, es gibt zu wenig geeigneten Wohnraum für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Mein Fazit: ich habe hier noch mindestens vier Legislaturperioden viel zu tun, aber das schaffe ich aus Altersgründen leider nicht.

Welche Themen stehen für Sie 2018 ganz oben auf der Tagesordnung?

Das hat jetzt viel mit der letzten Frage zu tun: Wir haben erhebliche Investitionsmittel angeworben von der Landesebene, um die Jugendfreizeiteinrichtungen für Kinder und Jugendliche wieder in einen annehmbaren Zustand zu versetzen. Dafür werden viele vorbereitende Maßnahmen notwendig sein. Im ersten Quartal 2018 möchte ich außerdem die Jugendkunstschule in Steglitz eröffnen. 11 Berliner Bezirke sind schon längst dabei – es besteht also Nachholbedarf.

Was möchten Sie bis Ende des Jahres erreicht haben?

Die Jugendkunstschule eröffnet, die Machbarkeitsstudie in Düppel fertig, ein schönes Integrationsfest auf dem Herrmann-Ehlers-Platz gefeiert, neue Räume für das Jugendamt bezogen, das wird eine lange Liste.

Was ist das Besondere an Zehlendorf?

Das Besondere an Zehlendorf ist der Mexikoplatz. Für mich ist es der außergewöhnlichste S-Bahnhof in Berlin. Und das historische Strandbad Wannsee. Ich hoffe sehr, dass es erhalten bleibt.

Wie beschreiben Sie den typischen Zehlendorfer?

Der typische Zehlendorfer, also nicht der typische Steglitzer: Das ist ein Mann, wahrscheinlich über 60 , der gerne dunkelblaue Wollpullover über seinen Hemden trägt, jeden Morgen aufmerksam den Tagesspiegel liest, sich im Internet ausführlich über mögliche interessante Reiseorte informiert, der sein Handy manchmal nicht klingeln hört und der sich fragt, wann sich die Kinder zum letzten Mal gemeldet haben. Dann geht er eine Runde mit dem angeleinten Hund am Schlachtensee.

Das Beste, was IHNEN in Zehlendorf je passiert ist…

Das Beste, was mir persönlich mal passiert ist, das war, an einem sehr heißen Sommertag den allerletzten Strandkorb am Strandbad Wannsee zu ergattern.

Was wünschen Sie sich von den Steglitz-Zehlendorfern?

Von den Steglitzern wünsche ich mir etwas mehr Gelassenheit im Verkehr rund um den Herrmann-Ehlers-Platz und von den Zehlendorfern die größtmögliche Aufgeschlossenheit für die Entwicklungen in Heckeshorn. Alle gemeinsam sollen wissen, dass ich für alle Sorgen und Nöte immer ein offenes Ohr habe. (Foto: Joachim Gern)

Seitenaufrufe: 5

Zum Thema passende Artikel

25.04.2018

Scheibes Kolumne: Verrückte Begegnungen

Letztens steh ich mit dem Auto an der roten Ampel und warte, dass es grün wird. Neben mir ist die Bushaltestelle mit all den pubertierenen Teenagern, die nach der Schule nach Hause wollen. Plötzlich donnert energisch eine kleine Faust gegen das Fenster meiner Beifahrertür. Ich kurbele das Fenster runter und erwarte, einen renitenten Teenager vor mir zu haben, der vielleicht die Farbe meines Autos doof findet. mehr…

24.04.2018

Nachgefragt #19: Frank Mückisch

Frank Mückisch (61) ist in Steglitz-Zehlendorf Bezirksstadtrat für die Abteilung Bildung, Kultur, Sport und Soziales. Bevor Frank Mückisch Stadtrat wurde, hat er in einem Steuerbüro gearbeitet, war bei der Deutschen Rentenversicherung Bund tätig und hat an der Hochschule des Bundes am Fachbereich Sozialversicherung gelehrt. mehr…

24.03.2018

Nachgefragt #18: Carolina Böhm, Stadträtin

Carolina Böhm ist Stadträtin für Jugend, Gesundheit und Integration in Zehlendorf-Steglitz. Über sich selbst erzählt sie: „Im Jahr 1985 bin ich aus Düsseldorf nach Berlin gezogen, um hier Politikwissenschaften zu studieren. Das Studium habe ich mit dem dazugehörigen Diplom abgeschlossen und betrachte mich, seit ich hier den größten Teil meiner Lebenszeit verbringe, als Berlinerin. mehr…

24.02.2018

Scheibes Kolumne: In Morpheus Armen

Ich habe eine Superkraft. Ich kann nicht fliegen, kann kein Geld herbeizaubern und kann auch nicht mit der Faust durch Betonmauern hauen. Dafür kann ich aber eins ganz besonders gut – schlafen. Ich schaffe es, in jeder Situation und an jedem Ort einzuschlafen. mehr…

24.02.2018

Nachgefragt #17: Dr. Mechtild Nienhaus-Wasem

Dr. phil. Mechtild Nienhaus-Wasem (71) hat eine aufregende Zeit hinter sich. Zusammen mit ihrem Mann, der für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) tätig war, hat sie 18 Jahre in Nicaragua, Ecuador, Costa Rica und Guatemala gelebt. mehr…

29.01.2018

Scheibes Kolumne: Alles eine Frage der Hygiene!

Es war auf dem Weg zu einem Golfplatz, als ein Freund von mir noch auf dem Parkplatz zu einem geheimnisvollen Fläschchen griff und sich den Inhalt großzügig über beide Hände kippte. Es roch auf einmal streng im engen Auto – wie nach Desinfektionsmittel. Und genau das war es auch, ein Desinfektionsmittel für die Hände. mehr…

29.01.2018

Nachgefragt #16: Cerstin Richter-Kotowski

Cerstin Richter-Kotowski (geb. 14. April 62) ist in Zehlendorf aufgewachsen und hat ihr Abitur 1981 an der Droste-Hülshoff-Schule absolviert, um anschließend an der FU Berlin Jura zu studieren. Die Volljuristin (verheiratet, ein Sohn) ist seit 1991 im öffentlichen Dienst des Landes Berlin beschäftigt. mehr…

19.12.2017

Scheibes Kolumne: Weihnachten kann kommen!

Bereits im November bricht in der Familie die nackte Panik aus: Weihnachten kommt. Dabei war doch eben erst noch Ostern! Und schon schlagen Printen und Spekulatius im Supermarkt auf, tönt „Last Christmas“ aus dem Radio und schickt Coca-Cola mit lautem „Ho Ho Ho“ wieder den Weihnachtsmann auf PR-Tour. mehr…

19.12.2017

Nachgefragt #15: Ann-Kristin Ebeling

Meine Mitarbeit am Magazin ZEHLENDORF.aktuell begann im März 2015. Ich lerne die Menschen und den Bezirk Steglitz-Zehlendorf von Monat zu Monat intensiver kennen. Ich liebe die Vielfältigkeit und die Historie und finde immer wieder neue Ecken, wo es sich lohnt, einen Abstecher hin zu machen. mehr…

16.12.2017

Scheibes Kolumne: Viel Spaß beim Live-Konzert

Musik ist toll. Musik ist einzigartig. Musik verbindet die Menschen. Und so tut man sich auch mit 50 Jahren noch den Stress an, auf ein Live-Konzert zu gehen. Gerade Berlin bietet sich dafür doch wunderbar an. Es gibt kleine, intime Clubs und gigantische Bühnen wie das Olympia-Stadion oder die Mercedes-Benz-Arena. mehr…

16.12.2017

Nachgefragt #14: Jan Puhlmann

Jan Puhlmann (Jahrgang 67), eigentlich eine Kieler Sprotte, möchte sich als ein aufgewachsener Zehlendorfer verstanden wissen, da er hier Laufen und Sprechen gelernt hat. Er besuchte die Mühlenau-Grundschule und machte 1985 sein Abitur am Werner-von-Siemens-Gymnasium in Nikolassee. mehr…

27.10.2017

Scheibes Kolumne: Nass oder trocken rasieren?

Seit die Hormone sprießen, tun dies auch die Haare. Leider nicht auf dem Kopf. Von hier aus fallen die Haare zunehmend auf den Rücken herunter und hinterlassen eine kahle Stelle, in der sich die Sonne spiegelt. Dafür wachsen die Haare aber im Gesicht. mehr…

27.10.2017

Nachgefragt #13: Katrin Kaiser

Katrin Kaiser (55): Ich bin in Berlin geboren und lebe seit fast 45 Jahren in Nikolassee. Ich kenne noch die Buslinie 18, die uns ohne Umwege nach Zehlendorf brachte. Seit mehreren Jahre habe ich eine Nachhilfeschule in Zehlendorf – „Des Kaisers neue Schule“. Viele Schüler haben mit unserer Hilfe ihre Wunschnote bekommen. mehr…

27.10.2017

Scheibes Kolumne: Team Hund oder Team Katze?

Liebe Freunde, es ist an der Zeit, dass wir über ein Thema sprechen, das uns bestimmt alle umtreibt – Katzen! Längst sind diese Miau-krächzenden Vierbeiner in den meisten Wohnungen der Menschen angekommen. Und haben sich hier eingenistet wie Zecken an einem Hund. mehr…

27.10.2017

Nachgefragt #12: Carsten Scheibe

Carsten Scheibe (Jahrgang 67) ist in Zehlendorf geboren. Er ist in der Onkel-Tom-Straße am U-Bahnhof „Onkel Toms Hütte“ aufgewachsen, hat also als Kind in der Krumme Lanke gebadet und im Riemeisterfenn Holzflöße gebaut. Er hat die Riemeister Grundschule besucht und sein Abitur auf dem Werner-von-Siemens-Gymnasium in Nikolassee gebaut. mehr…

26.08.2017

Scheibes Kolumne: Mit einem Fluch auf den Lippen

Ich bin ein sehr ausgeglichener Mensch. Ich lächle, wenn mich jemand beleidigt. Ich muss meinen Willen nicht mit der Brechstange durchdrücken. Ich habe eigentlich immer gute Laune. Aber wehe, wenn ich Auto fahre. Das PS-Gefährt ist ja im physikalischen Sinne ein Faraday‘scher Käfig, der bei einem Gewitter zuckende Blitze abhält und so dafür sorgt, dass ich als Fahrer nicht mit fünf Millionen Volt gegrillt werde. mehr…

26.08.2017

Nachgefragt #11 – Michael H. Schulze

Seit über 10 Jahren arbeitet Michael H. Schulze (29) in der Werbe- und Kreativbranche. Er gründete nach seinem Masterstudium im Fachbereich „Marketingkommunikation“ 2014 die Qualedia Werbeagentur (www.qualedia-agentur.de). Seitdem arbeitet er als Marketingberater in Zehlendorf-Mitte – und ist dabei spezialisiert auf den Markenaufbau und das Empfehlunsgmarketing. mehr…

13.07.2017

Scheibes Kolumne: Angriff der Killerschnecken

Ich habe leider keinen Grünen Daumen. Pflanzen tendieren in meiner Nähe zum selbstgewählten Freitod, ganz egal, wie viel Licht, Wasser und Dünger zur Verfügung steht. Ich nehme das längst nicht mehr persönlich. Es ist sicherlich die vegane Rache für meinen Spruch im Biologiestudium, dass Botanik die Lehre vom Tierfutter ist. mehr…

13.07.2017

Nachgefragt #10: Anke Otto

Anke Otto (68) ist Bezirksstadträtin a.D. und Vorsitzende des Vereins Freunde der Domäne Dahlem e.V. Sie sagt über sich: Seit über 30 Jahren wohne ich in Zehlendorf. Als ich zum Studium nach Berlin kam, reizten mich erst einmal das aktive Leben in der Innenstadt und die vielen Angebote an Kultur und politischen Aktivitäten. mehr…

03.07.2017

Scheibes Kolumne: Schock an der Supermarktkasse

Letztens stand ich an der Kasse meines bevorzugten Supermarktes an und wuchtete die Einkäufe auf das Band. Dabei wanderte mein Blick über die Auslagen an der Kasse, vornehmlich über das bunte Kaugummiangebot. Und dann erschrak ich. Heftig. mehr…

02.07.2017

Nachgefragt #9: Andrea Vee

Andrea „Vee“ (ein liebevolles Überbleibsel / Spitzname aus ihrer Zeit in Schottland), gelernte Fremdsprachenkorrespondentin, ist eigentlich ein Wilmersdorfer „KuDamm-Kind“, entschloss sich aber nach der Geburt ihrer Tochter Ende der 80er Jahre nach Zehlendorf zu ziehen, um ihr Kind in diesem schönen Bezirk aufwachsen zu sehen. mehr…

30.05.2017

Scheibes Kolumne: Es kribbelt in der Nase …

Fröhlich tanze ich durch den Winter. Bei Schneegriesel, Minustemperaturen und frostigem Wind wird allenfalls die Nase rot. Grippale Infekte meiden mich aber wie die Pest: Die Atemwege bleiben frei. Ganz anders sieht der Fall aus, wenn die Temperaturen steigen und die Natur wieder erwacht. mehr…

Unsere Schwestern­zeitung