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19.12.2017

Geschenke kaufen auf dem Mexikoplatz

Viele Berliner suchen zu Weihnachten nach einem ganz besonderen Geschenk. Es sollte nicht von der Stange kommen und zugleich auch etwas Individuelles sein. Viele Zehlendorfer wissen bereits seit Jahren, dass sie solche Präsente besonders gut auf dem Weihnachtsmarkt am Mexikoplatz kaufen können.

Die vor vielen Jahren vom verstorbenen Hartmut Brandstetter begründete und zuletzt von Ramona Martin fortgeführte „Künstler-Station“ stand aber vor dem Aus. Cornelja Hasler von der KUNSTHAND-BERLIN (www.kunsthand-berlin.de) führt den Weihnachtsmarkt zum Glück weiter. In diesem Jahr kann er aber nur an drei Advents-Sonntagen stattfinden, weil der vierte Advent genau auf Weihnachten fällt.

Am ersten Advents-Sonntag am 3. Dezember war von einem nachlassenden Interesse der Besucher nichts zu bemerken. Wie auch in den Vorjahren war im weiten Umkreis kein Parkplatz mehr zu finden – schlau war der, der zu Fuß, mit dem Rad oder mit der S-Bahn angereist kam. Dicht an dicht schoben sich die neugierigen Weihnachtsmarktbesucher über den Markt.

Über 110 Stände gab es dieses Jahr zu bestaunen. Und da Cornelja Hasler bereits große Erfahrung mit der Ausrichtung von Kunstmärkten u.a. in Frohnau, auf der Insel Werder und in Charlottenburg hat, wunderte es auch nicht, dass die Stammgäste der „Künstler-Station“ am Mexikoplatz viele neue Gesichter an den Buden vorfanden. Wichtig war es der Organisatorin, vor allem dem Kunsthandwerk und den kleinen Manufakturen eine Plattform zu bieten.

Und da gab es einiges zu sehen. An den Ständen fanden die Besucher Gemälde und Aquarelle, Filzideen, Buchmagneten, Ketten, Schlüsselanhänger, glattpolierte Frühstücksbrettchen, dekorative Lavendelduftsäckchen, Holzmosaike, handgemachte Hüte und Mützen, Glas und Porzellan aus dem eigenen Ofen, Kinderkleidung, handgepresstes Olivenöl und Skulpturen vom Bildhauer vor.

Positiv ist beim Weihnachtsmarkt am Mexikoplatz immer wieder aufs Neue zu bemerken, dass die Kreativen selbst vor Ort sind und so ihre Waren und Artikel vorstellen und erklären können. So mancher Tipp wird dabei ausgetauscht – und manchmal trifft man auch Händler wieder, bei denen man schon im letzten Jahr ein Präsent eingekauft hat.

Manche Dinge, die auf dem Weihnachtsmarkt ausgestellt sind, überraschen den Besucher sogar. Margot Redmann vom Prenzlauer Berg bietet so etwa ihre Gottele Sattelmützen an. Dabei handelt es sich um dekorative Stoffbezüge für den Fahrradsattel – nach dem Motto „Schützen beim Sützen.“ Margot Redmann: „So etwas wie die Sattelmützen hab ich noch nie vorher gesehen, das hab ich selbst erfunden. Es gibt sie in fünf Größen, sodass sie sich leicht an jeden Sattel anpassen. Sie sorgen für ein ganz neues Fahrgefühl. Und da ich nur sehr gute und teure Stoffe verwende, halten die Sattelmützen auch sehr lange. Sie werden komplett in Handarbeit hergestellt. Der Firmenname Gottele ist übrigens auch schnell erklärt. Gottele ist die Kurzform von Margot.“

Ein paar Stände weiter ist die markterfahrene Britta Carl anzutreffen. Sie fertigt Cremes und Seifen aus Naturkosmetik an. Ihre Manufaktur hat sie in der Zitadelle Spandau. Sie erzählt: „Mein Bestseller sind zurzeit die Winterdüfte, die ich in schmalen Parfumtüten anbiete. Diese Tüten kann man in den Schrank oder ins Bad hängen, gern aber auch zwischen die Wäsche legen. Schöne Düfte in diesem Winter sind Winter Spices, Roses & Berries oder Holy Christmas. Ich biete sie auch als Tarte parfumé an.“

Rund um den eigentlichen Budenzauber gibt es auf dem Weihnachtsmarkt am Mexikoplatz immer ein schönes Rahmenprogramm, das wunderbar zum Thema passt. Da stellen sich mutige Jugendliche zwischen die Stände, um zu musizieren oder um a capella Weihnachtslieder zu singen – immer in der Hoffnung auf eine kleine Spende. Das sorgt für eine sehr schöne Stimmung auf dem Markt.

Auch die Anzahl der „Freßbuden“ ist sehr limitiert. Es gibt Glühwein, heiße Maronen, Crêpes und wie in jedem Jahr gleich am Anfang des Marktes die „Königin der Waffeln“. Andreas Schwartz verkauft fingerdicke Waffeln, die süchtig machen und die sich etwa mit weißer Schokolade und anderen Toppings noch verfeinern lassen. Die Schlange der Stammkunden, die ohne diese Waffel nicht mehr leben können, zieht sich noch an vielen weiteren Buden vorbei.

Andreas Schwartz: „Wir besuchen nur diesen einen Markt im Jahr, ansonsten sind wir nicht präsent. Hier sind wir jetzt im 9. Jahr mit dabei, erst nur mit drei Waffeleisen, jetzt sind vier im Einsatz. Wir verwenden einen Lütticher Hefeteig für die Waffel. Das Geheimnis ist aber der Hagelzucker der Körnung P5, der in der Waffel mit eingebacken wird. Die Körnung ist so groß, dass der Zucker nicht komplett beim Backen schmilzt, sondern karamellisiert weiterhin in der Waffel vorhanden bleibt. Die Körnung gibt es nur für die Industrie, deswegen kann man unsere Waffeln auch privat nicht nachbacken.“ (Text / Fotos: CS)

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