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16.12.2017

Dahlem-Dorf: Schlemmen im Dahlemer „Alter Krug“

Genau vis à vis zur Domäne Dahlem ist der „Alte Krug“ zu finden. Das kommt nicht von ungefähr. Bereits im frühen 19. Jahrhundert wohnte in dem Haus der Milchpächter der Domäne. Er richtete vor Ort eine kleine Gastronomie ein, die an Bedeutung zunahm, als die Königin-Luise-Straße ab 1889 gepflastert wurde, um Steglitz mit dem Grunewald zu verbinden. (ANZEIGE)

Die Gastronomie ist den Dahlemern an diesem Standort stets erhalten geblieben, nur die Betreiber wechselten über die Jahrzehnte. Seit September 2013 hat Nicolai Marweld die Verantwortung für zahlreiche Gäste übernommen. Er kümmert sich seitdem zusammen mit seiner Mutter Marianne um den „Alten Krug“. Beide stammen aus der Gastronomie und haben in der Vergangenheit bereits Restaurants und Bars unter anderem im Bierpinsel und im Forum Steglitz betrieben.

Nicolai Marweld: „Der ‚Alte Krug‘ ist aber unsere größte Herausforderung und der Höhepunkt von allem, was wir in der Gastronomie bereits getan haben. Wir haben vor Ort sehr viel erneuert, umgebaut und restauriert. Es ist eben ein sehr altes Haus und die Technik war sehr marode, als wir den ‚Krug‘ übernommen haben. In der ersten Saison hatten wir tatsächlich keinen Strom in der Küche und haben bei Kerzenschein gekocht. Unser Ziel ist es, den ‚Alten Krug‘ in die moderne Zeit zu bringen, ohne dass er dabei seinen Charme verliert. Wir haben das Restaurant sozusagen bei laufendem Betreb erneuert. Das Berliner Zimmer ist bereits renoviert. Das gilt auch für den großen Veranstaltungsraum, der bis zu einhundert Gäste fassen kann.“

Der „Alte Krug“ lebt aber weiterhin vom Charme des Vergangenen. Die Gaststube auf der linken Seite vom Eingang atmet authentische Geschichte und lädt zum gemütlichen Speisen ein. Das Berliner Zimmer zur rechten Seite wirkt da schon moderner. Zu einem kleinen und einem großen Veranstaltungsraum kommt im Sommer auch noch der gewaltige Biergarten mit Selbstbedienungsstation, in dem bis zu 600 Personen einen Platz finden.

Nicolai Marweld: „Bei uns finden viele Hochzeiten, Geburtstage, Firmenfeiern und Trauerfeiern statt. Die Kirche liegt ja schräg gegenüber von uns, da macht das ja auch Sinn. Und wir sind auch darauf vorbereitet. Jeden Sonntag bieten wir außerdem einen großen Brunch an, der wird ebenfalls sehr gut besucht.“

Der „Alte Krug“ hat jeden Tag von 10 bis 23 Uhr geöffnet. Er bietet eine traditionelle deutsche Küche mit modernen Elementen an.

Sehr gut angenommen wird der Mittagstisch, der an jedem Werktag von 11 bis 16 Uhr ein leckeres Essen zum fairen Preis anbietet. Ein Highlight – die Viertelente aus dem Ofen mit hausgemachter Soße, Apfelrotkohl und Kartoffelkloß. Nicolai Marweld: „Meine Mutter macht die Soße selbst, da legt sie großen Wert drauf. Am 11. November wird zum Martinstag auch wieder die Gänsezeit eingeläutet. Gern können die Gäste dann bis in den Januar hinein wieder ganze Gänse vorbestellen, die dann vor der versammelten Familie an den Tisch gebracht und hier tranchiert werden. Wer möchte, kann seine Gans auch bei uns bestellen und sie dann abholen, um sie Zuhause den Gästen zu präsentieren.“

Zu den Gerichten, die im „Alten Krug“ zum Mittagstisch besonders gern bestellt werden, zählen neben der Ente auch die Kohlroulade und die Rinderroulade. Nicolai Marweld: „Das sind klassische Gerichte, die jeder aus seiner Kindheit kennt, die aber so aufwändig zuzubereiten sind, dass sie zuhause in der Familie nur sehr selten auf dem Speiseplan stehen. Da greift man im Restaurant umso lieber zu.“

Wer à la carte bestellt, findet in der Karte ein Grundgerüst an Speisen vor, die Bestand haben und nur selten ausgetauscht werden. Dazu zählen etwa Flammkuchen, die in Butter gebratene Milchkalbsleber, der Zwiebelrostbraten, der auf der Haut gebratene Havelzander oder rosa gebratene Roastbeefscheiben mit knusprigen Bratkartoffeln.

Nicolai Marweld: „Besonders gut gehen das Kalbsschnitzel, die Königsberger Klopse und die gebratene Berliner Blutwurst, eine Spezialität von Fleischermeister Marcus Benser, dem Goldmedaillengewinner der Blutwurstmeisterschaft. Mein eigener Favorit ist der Tafelspitz Wiener Art.“

Ergänzt wird die Karte von saisonalen Gerichten, etwa passend zur Spargel-, Pfifferlings-, Wild- oder Kürbiszeit.
Wer im „Alten Krug“ zu Gast ist, kann auch gern ein Stück hausgemachten Kuchen probieren oder sich eine Berliner Limonade servieren lassen. Abends werden auch gern Cocktails gemixt.

PS: Wir haben die Ente probiert und waren total begeistert: Eine auf den Punkt zubereitete Ente mit knuspriger Haut, ein schön schlotziger Rotkohl und eine Soße mit richtig Power sorgen für viel Vorfreude auf die Gänsesaison. (Text/ Fotos: CS)

Info: Alter Krug, Königin-Luise-Straße 52, 14195 Berlin, Tel.: 030-8327000, www.alter-krug-berlin.de

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