Anzeigenzeitung für Zehlendorf, Steglitz & Umland - 03322-5008-0 - info@zehlendorfaktuell.de

30.05.2017

Der Pfitzmann Platz in Nikolassee

Lange hat das RIAS-Urgestein Nero Brandenburg gekämpft. Gegen das Vergessen, das die Stadt Berlin nur allzu oft befällt, wenn es um die Würdigung ihrer Helden geht. Nero Brandenburg hat mit Engelszungen gebeten, mit Berliner Jargon geschimpft und das eine oder andere Mal auch mit der Faust kräftig auf den Tisch gehauen.

Ihm ging es darum, Günter Pfitzmann ein angemessenes Denkmal im Stadtbild zu verschaffen. Eine Straße nach dem beliebten Schauspieler zu benennen, das hatte Nero im Sinn.

Und Günter Pfitzmann hat diese Würdigung verdient wie kaum ein anderer Berliner Schauspieler. Pfitzmann hat die Berliner Kabarettgruppe „Die Stachelschweine“ mit begründet. Er war in unzähligen Theaterstücken zu sehen, synchronisierte u.a. Kirk Douglas in „20.000 Meilen unter dem Meer“ und spielte selbst in vielen Filmen mit, darunter in „Hunde, wollt ihr ewig leben“ und „Die Brücke“. Im Edgar-Wallace-Film „Der Zinker“ war er ebenfalls in der Hauptrolle zu sehen.

Bei den Berlinern war er vor allem deswegen so beliebt, weil er immer wieder den ganz normalen Berliner Typen von nebenan verkörperte – mit frecher Schnauze und trotzdem mit dem Herz am rechten Fleck. So war er in den „Drei Damen vom Grill“ und in „Praxis Bülowbogen“ besetzt – und auch im „Havelkaiser“ wich er nicht grundlegend von dieser Rolle ab.

Das Problem: Eine Straße war für „Pfitze“ nicht mehr frei. Im Zentrum von Berlin galt auf einmal eine „Frauenquote“ – es gäbe zu viele männliche Straßennamen und man müsste hier erst einmal einen Ausgleich schaffen. Und in Zehlendorf versackte die Idee jahrelang in den Ablagen. Nero: „Wie der olle Berliner sacht: Jut Ding will Weile ha´m…hat´s ja nu ooch.“

Nach all der Wartezeit hat man nun aber endlich Nägel mit Köpfen gemacht. In Günter Pfitzmanns alter Heimat Nikolassee wurde unweit seines alten Wohnortes ganz offiziell und mit einer schönen persönlichen Rede von Nero Brandenburg der Günter-Pfitzmann-Platz eingeweit. Er liegt zwischen Matterhornstraße, Wasgenstraße und Palmzeile – eine große Schautafel weist auf die Neubenennung hin.

Nun hat Nero mit seiner Hartnäckigkeit also doch noch gewonnen. Passend zur Platzbenennung am 8. April – zum 93. Geburtstag des Volksschauspielers (er ist am 30. Mai 2003 verstorben) – waren sehr viele Menschen aus der Nachbarschaft zugegen. Auch Pfitzmanns Witwe Lilo und die beiden Söhne ließen es sich nicht nehmen, der Zeremonie beizuwohnen. (Fotos / Text: CS)

Seitenaufrufe: 123

Zum Thema passende Artikel

23.06.2018

Kunst & Design – Markt am Mexikoplatz

Das weiß ganz Berlin: Immer an den Adventssonntagen gibt es am Mexikoplatz in Zehlendorf den Kunstmarkt. Seit vielen Jahren findet er bereits vor Ort statt und präsentiert den Besuchern Kreatives aus kleinen Manufakturen. Nachdem der Markt zuletzt vor dem Aus stand, hat Cornelja Hasler von der KUNSTHAND-BERLIN (www.kunsthand-berlin.de) die Leitung übernommen mehr…

22.06.2018

Lichterfelde-West: Großer Bahnhof mit Kram & Krempel

Feste muss man feiern, wie sie fallen. In den letzten Jahren hat sich das Sommerfest am Bahnhof Lichterfelde West zu einem wahren Publikumsmagnet gemausert, das viele Besucher anlockt. Organisiert wird die bunte Bahnhofssause von Harald Hensel und seinem Team. mehr…

22.06.2018

Botanischer Garten: Die Victoria kehrt zurück!

Nach zwölf langen Jahren Wartezeit aufgrund der Grundsanierung des Victoriahauses (www.victoriahaus-berlin.de) im Botanischen Garten bekommt Berlin nun endlich seine beliebte Riesenseerose Victoria und eine der weltweit wichtigsten Wasserpflanzen-Sammlungen zurück. mehr…

22.06.2018

Märchenwelten im Museumsdorf Düppel

Das Museumsdorf Düppel ist ein Ausflugsziel der besonderen Art, ein interessantes Kleinod, das den Besucher der Zeit entrückt und ihn in eine Vergangenheit etwa 800 Jahre vor unser Zeit zurückwirft. Das Museumsdorf besteht aus kleinen strohgedeckten Holzhäusern mit Lehmwänden, die von einem hohen Palisadenzaun eingefasst werden und von landwirtschaftlichen Flächen umgeben sind. mehr…

22.06.2018

Hanami – Japanisches Kirschblütenfest in Lichterfelde und Teltow

Auf dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen Berlin-Lichterfelde und Teltow stehen über eintausend japanische Kirschbäume. Sie geben das ganze Jahr über ein eher unscheinbares Bild ab. In jedem Frühjahr blühen sie aber – immer Ende April und Anfang Mai. In diesem Zeitraum verwandelt sich der ehemalige Grenzort in ein pinkfarbenes Blütenmeer, das viele tausend Besucher anlockt. mehr…

25.04.2018

Großer Staudenmarkt im Botanischen Garten 2018

Was steht wohl an, wenn Heerscharen von Menschen schon ganz früh am Wochenende mit Schubkarren und Bollerwagen bestückt den Weg zum Botanischen Garten antreten? In diesem Fall wollen sie den Berliner Staudenmarkt (www.berliner-staudenmarkt.de) besuchen, der zwei Mal im Jahr von der Gärtnerhof GmbH veranstaltet wird.  mehr…

24.04.2018

Premiere im Schlosspark Theater in Steglitz: Die Wahrheit

„Wenn die Leute von heute auf morgen aufhören würden, sich zu belügen, gäbe es kein einziges Paar mehr auf Erden.“ (Michel). Wenn das Schlosspark Theater ein neues Stück ansetzt, dann ist es für den Theaterfreund schlau, sich gleich Karten für die Premiere zu sichern. mehr…

24.04.2018

Domäne Dahlem: 16. Bratwurstmeisterschaft der Fleischer-Innung Berlin 2018

Schon Otto von Bismarck sagte: „Je weniger die Leute davon wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie.“ Nun ist es so, dass gerade die Berliner ihren Fleischermeistern blind vertrauen: Die machen das schon ordentlich. Ob Currywurst, Bockwurst oder Rostbratwurst: Wurst isst der Berliner quasi zu jeder Tageszeit, zu jedem Anlass und in jeder Gesellschaft. mehr…

24.03.2018

Schattenlichter-Theater in Zehlendorf-Mitte: Der Vorname

Einmal im Jahr treten die Schattenlichter (www.schattenlichter.info) im Gemeindehaus der Paulus-Gemeinde auf, um an nur drei Abenden ihr neu einstudiertes Theaterstück zu zeigen. Das hieß in diesem Februar „Der Vorname“ – und begeisterte die Zuschauer einmal mehr. mehr…

19.12.2017

Der Kinder-Wunschbaum in Schlachtensee

In der Weihnachtszeit ist es wichtig, dass vor allem die Kinder eine schöne Zeit haben. Die Von Poll Immobilien Geschäftsstelle Zehlendorf hat sich mit den Geschäften in Schlachtensee zusammengeschlossen, um in Kooperation mit dem Kinderprojekt „Die Arche“ Gutes zu tun. mehr…

19.12.2017

Premiere im Schlosspark Theater: Mosca und Volpone

Im Steglitzer Schlosspark Theater (www.schlossparktheater.de) zeigte das Moral-Thermometer im Dezember ganz plötzlich extreme Minusgrade an. Im neuen Stück „Mosca und Volpone“, das am 2. Dezember Premiere feierte, geht es nämlich um die ganz niedrigen Beweggründe – um die pure und ungefilterte Raffgier. mehr…

19.12.2017

Geschenke kaufen auf dem Mexikoplatz

Viele Berliner suchen zu Weihnachten nach einem ganz besonderen Geschenk. Es sollte nicht von der Stange kommen und zugleich auch etwas Individuelles sein. Viele Zehlendorfer wissen bereits seit Jahren, dass sie solche Präsente besonders gut auf dem Weihnachtsmarkt am Mexikoplatz kaufen können. mehr…

19.12.2017

Christmas Garden 2017 im Botanischen Garten

In der Weihnachtszeit verwandelt sich der Botanische Garten in den „Christmas Garden“ (www.christmas-garden.de). Das aus England übernommene Lichterspektakel findet in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal in Berlin statt – und das Interesse der Menschen ist riesengroß. mehr…

27.10.2017

Zehlendorf: 1 Jahr Frischemarkt

Was gibt es Schöneres, als am Wochenende in aller Gemütlichkeit über einen lokalen Markt zu schlendern, um sich direkt vom Erzeuger mit frischen Produkten einzudecken? Seit nunmehr einem Jahr gibt es den Zehlendorfer Frischemarkt direkt am S-Bahnhof „Zehlendorf“ – und zwar auf dem Postplatz an der Anhaltinerstraße. mehr…

27.10.2017

Tag der offenen Höfe in Teltow 2017

Teltow wächst – und wird auch für die Berliner immer attraktiver. In Teltow gibt es viele spannende Betriebe, gute Restaurants, eine abwechslungsreiche Landwirtschaft und eine historische Altstadt. Die Häuser der Altstadt wurden in den letzten Jahren aufwändig saniert. mehr…

27.10.2017

Domäne Dahlem: Kramer Zunft & Kurzweyl

Es gibt eine große Sehnsucht nach längst vergangenen Zeiten. In unserer modernen Welt mit Autos, Fernsehern und Essen aus dem Supermarkt haben viele Menschen großen Spaß daran, sich noch einmal ins Mittelalter zu träumen – und wenn auch nur für einen Nachmittag. mehr…

26.08.2017

Das SurviCamp in Wannsee: Überleben im Wald

Wie funktioniert das eigentlich, das Überleben jenseits der Zivilisation? Ich habe davon eine vage Ahnung. Ich war immerhin bei den Pfadfindern und kann ein Feuer entzünden und ein Zelt aufbauen. Mein Opa hat mir beigebracht, welche Pilze man essen kann und dass Schlehen und Maulbeeren lecker sind. (ANZEIGE) mehr…

25.08.2017

Zehli Bräu e.V. lud zum 2. Brauereifest Berlin-Südwest ein

Ein guter Humpen Bier, nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut, hält Leib und Seele zusammen. Das wussten schon die alten Mönche, die sich bereits vor Jahrhunderten zwischen ihren himmlischen Gebeten mit der ziemlich irdischen Braukunst beschäftigt haben. Leider wurde der Braukunst lange Zeit keine besondere Aufmerksamkeit mehr geschenkt. mehr…

03.07.2017

Frühlingsfest 2017 Onkel-Toms-Hütte

Die Ladenstraße, die sich von beiden Seiten an den U-Bahnhof Onkel-Toms Hütte anlehnt, hat ein großes Problem. Sie verläuft fast vollständig unterirdisch. So erschließt sich das vielseitige Angebot an Geschäften und Läden nicht demjenigen, der im Auto vorbeifährt. In der Folge nutzen vor allem die Kunden die Ladenstraße, die in der Nachbarschaft wohnen oder an dieser U-Bahnstation ein- oder aussteigen. mehr…

Unsere Schwestern­zeitung