Anzeigenzeitung für Zehlendorf, Steglitz & Umland - 03322-5008-0 - info@zehlendorfaktuell.de

22.04.2017

Teltow: Alte Obstsorten bewahren

Die Äpfel, die es im Supermarkt zu kaufen gibt, sind inzwischen reine Industrieprodukte. Sie stammen von Bäumen, die sehr schnell wachsen und in kurzer Zeit hohe Ernteerträge bringen. Lorenz V. Lorenzen (65) stammt aus Schleswig-Holstein an der dänischen Grenze, er lebt aber seit 2001 in Teltow. (ANZEIGE)

In zahlreichen Bundesländern in Deutschland unterhält er zusammengerechnet knapp zehn Hektar Land, auf dem alte Obstbäume stehen – oft genug Sorten, die kurz vor dem Aussterben sind. Der Experte sagt: „Viele Sorten, die es seit vielen hundert Jahren gibt, geraten zunehmend in Vergessenheit, weil sie nicht in das Schema der großen Konzerne passen. Aber es gibt eine große Geschmacksvielfalt jenseits von Braeburn und Golden Delicious.“

Im eigenen Online-Shop Apfel-berlin.de bietet Lorenz V. Lorenzen Obstbäumchen an – vom Apfel, von der Birne, von der Kirsche und auch von der Pflaume. Wer hier einen Auftrag platziert, holt sich nicht nur ganz neue Geschmackswelten in den eigenen Garten, sondern tut auch etwas für den Erhalt der alten Sorten. Denn nur, wenn es die Bäume noch gibt, lässt sich die Art erhalten: Wer die Samen aussäht, erhält dank der vielen hybriden Kreuzungen oft eine völlig andere Art, nicht aber exakt den gleichen Baum, von dem der Apfel stammt.

Lorenz V. Lorenzen, der bis zu 50.000 Bäume in seinem Bestand zählt und der in Niedersachsen einen „Muttergarten“ mit 500 Sorten betreibt: „Ein großes Problem ist, dass wir die Früchte selbst ja erst im Herbst zeigen und zum Verkosten anbieten können. Wer jetzt bestellt, muss auf eine Beschreibung vertrauen.“

Apfelbäume können bis zu 90 Jahre alt werden, Birnenbäume bis zu 200. Wer jetzt also einen Obstbaum pflanzt, versorgt auch nachfolgende Generationen mit leckeren Früchten. Lorenz V. Lorenzen: „Gerade die Stadtmenschen müssen aber auch wieder lernen, dass nicht jeder Apfel vom eigenen Baum groß und rund und mit einer glänzenden Wachsschicht überzogen ist. Auch kleine, schiefe Äpfel schmecken wunderbar. Ich erlebe übrigens immer wieder, dass Allergiker, die keinen Apfel essen können, eine alte Sorte entdecken, die eben diese Allergie nicht auslöst. Und zum Ende noch eine Beobachtung von mir: Frauen mögen lieber saure Äpfel, Männer eher süße.“ (Text/Foto oben: CS)

Info: Arboterra GmbH, Hugo-Wolf-Straße 2, 14513 Teltow, Tel.: 03328-339930, www.arboterra.com, www.apfel-berlin.de

Seitenaufrufe: 34

Zum Thema passende Artikel

23.04.2017

Teltow: Der Bananenbauer

Eigentlich wachsen Bananen ja in den Tropen. Vor allem in Ecuador, Panama, Nicaragua und in Costa Rica wird die gelbe Frucht gern angebaut, die als leckerer Energielieferant in keinem Supermarkt fehlen darf. Was viele nicht wissen: Bananen wachsen auch in Teltow. (ANZEIGE) mehr…

26.03.2017

Stahnsdorf: Die Brandzwerge

Wenn es brennt, kommt die Feuerwehr. Wenn die Feuerwehr aber auf lange Sicht keine Freiwilligen mehr für sich begeistern kann, dann fehlt es irgendwann am nötigen Personal. Aus diesem Grund kümmern sich die Freiwilligen Feuerwehren landauf landab sehr darum, sich schon frühzeitig den eigenen Nachwuchs im Rahmen der Jugendfeuerwehr heranzuzüchten. mehr…

26.03.2017

Teltow: Zu Besuch im Landhotel Diana

1936 entstand mitten in der Nazi-Zeit zu Propagandazwecken das „Diana Lichtspiele Kino“ am Puschkin-Platz in Teltow. In den Tagen der DDR war hier dann auch die „Diana Klause“ als HO-Gaststätte zu finden. Nach der Wende ging der reguläre Kinobetrieb noch bis 2005 weiter. (ANZEIGE) mehr…

25.03.2017

Kleinmachnow: Trüffel im Noi2Due

Gianni und Nino sind zufrieden. Die beiden Gastronomen haben zusammen lange für die gehobene Gastronomie in Berlin gearbeitet. Jetzt haben sie den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und im September letzten Jahres mit der Trattoria Noi2Due ihr erstes eigenes Restaurant direkt an der Stadtgrenze von Kleinmachnow zu Berlin-Zehlendorf eröffnet. (ANZEIGE) mehr…

25.03.2017

Teltow: Kaffeemanum Kaffeerösterei

Volker Behrendt (53) hat jahrelang als IT-Außendienstler gearbeitet. Auf seinem Weg durch die Büros der Nation hat er es immer wieder mit unsäglichem Kaffee aus blubbernden Kaffeemaschinen oder aus vor Urzeiten befüllten Thermoskannen zu tun bekommen. (ANZEIGE) mehr…

02.01.2017

Potsdam: In der Grillakademie

Thomas Streit-Rodriguez (43) und seine Frau Renata (38) haben sich in Potsdam einen Traum erfüllt. Im Luisenforum unweit vom Holländer-Viertel haben sie vor wenigen Wochen ihr Grillfachgeschäft „RS Grill & Genuss“ eröffnet. (ANZEIGE) mehr…

02.01.2017

Potsdam: Dinner for Fun 2016/17

Dinner for Fun – das ist das laut eigener Aussage wohl einzige reisende Verzehrtheater in Deutschland. Die Truppe nutzt die kalten Monate, um mit ihrem Zelt von Wildau über Strausberg nach Oranienburg und dann auch nach Potsdam zu reisen. > mehr…

21.12.2016

Zahn-Implantate: In der Praxis von Eleni Kapogianni

Eleni Kapogianni (45) ist Fachzahnärztin für Oralchirurgie und zertifiziert für die Bereiche Implantologie und Paradontologie. Zu ihr werden viele Patienten direkt von den Zahnärzten überwiesen. Andere kommen aus eigenem Antrieb, weil der Ruf der Praxis in Ku‘damm-Nähe über die Bezirksgrenzen hinaus sehr gut ist. (ANZEIGE) mehr…

21.12.2016

Kleinmachnow: Coole Adventskränze

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken, die Bäume verlieren ihre Blätter: Kurzum: Langsam beginnt die besinnliche Advents- und Weihnachtszeit. Was da im Wohnzimmer unbedingt auf den Tisch kommen muss, ist ein schöner Adventskranz. Peggy Drost (52) bietet eine ganz besondere Alternative zu den klassischen Kränzen aus Tannengrün. (ANZEIGE) mehr…

Unsere Schwestern­zeitung