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22.04.2017

Dahlem: SpeiseGut: Landwirtschaft gemeinsam angehen!

Das Gemüse, das wir im Supermarkt einkaufen, wird oft genug einmal um den halben Planeten geflogen oder verschifft. Das ist für die CO2-Bilanz katastrophal. Und Grund genug, über Alternativen nachzudenken. Christian Heymann betreibt seit 20 Jahren aktiv Landwirtschaft. Seit sieben Jahren lebt er in Berlin. Vor vier Jahren hat er das SpeiseGut (www.speisegut.com) gegründet:

„Das war für mich ein Wendepunkt. Wir haben mit unseren bio-zertifizierten Ländereien in Gatow den Verbraucher mit in die Verantwortung genommen und bieten eine SoLaWi an. SoLaWi bedeutet Solidarische Landwirtschaft.“

Das heißt übersetzt: Menschen aus der Region verpflichten sich im Anschluss an eine Probephase, wenigstens ein Jahr lang 70 Euro im Monat zu bezahlen. Für dieses Geld erhalten die „Teilnehmer“, wie die Unterstützer genannt werden, in der Saison jede Woche eine Kiste mit frisch geerntetem Gemüse zur eigenen Verfügung. In die Kiste kommt all das, was der Bauer gerade erntet – Zwiebeln, Lauch, Kartoffeln, Mohrrüben, Salat oder Paprika. Abhängig von der Saison ändert sich die Zusammenstellung des Warenkorbes deutlich: Angeboten werden kann nur das, was die Gatower Scholle auf mehreren Hektar Fläche gerade hergibt. Pro Jahr werden aber über 40 Kulturen angebaut, darunter auch Fenchel, Bohnen, Kürbis oder Basilikum.

Im März 2013 startete das Projekt mit elf Teilnehmern, inzwischen sind es 193. Wobei einige der Teilnehmer auch die „halbe Kiste“ für 40 Euro im Monat gebucht haben. Ziel ist es, 250 Teilnehmer zu gewinnen, dann kann der gesamte Bauernhof mit allen Mitarbeitern allein von der SoLaWi leben. Bislang muss die Differenz noch aus dem Verkauf im Hofladen und auf Märkten verdient werden.

Einen Haken oder einen Bonus gibt es noch – abhängig davon, wie man diesen Punkt wahrnimmt: Alle Personen, die sich am SpeiseGut beteiligen, müssen drei Mal im Jahr Arbeitseinsätze auf dem Bauernhof absolvieren – oft genug mitten auf dem Feld bei der Kartoffelernte oder beim Unkrautjäten. Christian Heymann: „Gerade bei Familien mit Kindern kommen diese Arbeitseinsätze sehr gut an, weil die Kinder so wieder lernen, wo unsere tägliche Nahrung eigentlich herkommt.“

Die Kisten mit dem Gemüse werden den Teilnehmern nicht nach Hause geliefert, sondern zu verschiedenen Depots in Berlin und Umgebung gefahren. In Zehlendorf gibt es ein solches Depot an der FU in Dahlem, in Steglitz in der Jeverstraße. (Text: CS / Fotos: CS, Sonja Schröder)

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