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25.03.2017

Teltow: Kaffeemanum Kaffeerösterei

Volker Behrendt (53) hat jahrelang als IT-Außendienstler gearbeitet. Auf seinem Weg durch die Büros der Nation hat er es immer wieder mit unsäglichem Kaffee aus blubbernden Kaffeemaschinen oder aus vor Urzeiten befüllten Thermoskannen zu tun bekommen. (ANZEIGE)

Und so hat sich der Mahlower, der vor über 20 Jahren aus Niedersachsen zugereist kam, in seiner Freizeit immer mehr mit dem Produkt Kaffee beschäftigt. Aus dem Hobby ist ein Beruf geworden: Anfang Dezember hat Volker Behrendt seine Privatrösterei Kaffeemanum gegründet – in Teltow. Denn hier gab es bislang noch keine Kaffeerösterei. Und ein schönes Ladengeschäft mitten am Ruhlsdorfer Platz hat der Ex-Außendienstler auch gefunden.

Hier steht nun eine schwere Maschine – ein Kaffeeröster der Firma Giesen aus Holland. 15 Kilo Kaffeebohnen können hier in einem Rutsch geröstet werden. Behrendt: „Die Bohne, die wir von unseren Lieferanten geliefert bekommen, ist zunächst noch farblos wie eine Erdnuss. Sie riecht ein wenig erdig, lässt aber das typische Kaffeearoma noch völlig vermissen. Ich röste die Bohnen meist nur bis zum so genannten ‚first crack‘. Das hört sich an, als würde Popcorn in der Pfanne aufgehen. Meinen Kaffee röste ich nicht zu dunkel, dann hat er das beste Aroma. Und beim langsamen Rösten von Hand entstehen auch nicht die Bitterstoffe, die bei der industriellen Fabrikation oft auftreten. So hat der von Hand geröstete Kaffee ein tolles, vielseitiges Aroma – und ist auch sehr bekömmlich.“

Nur sieben Grundsorten aus verschiedenen Ländern der Erde kommen bei Kaffeemanum in die Maschine. Wie bei einem guten Single Malt Whisky, so wird auch der Kaffee sortenrein weiterverkauft. Das nennt sich „single origin“. Das führt aber leicht dazu, dass ein liebgewonnener Kaffee von Jahr zu Jahr anders schmeckt, weil Wetter- und Erntebedingungen wechseln und so auch Einfluss auf die Bohne haben.

Die großen Konzerne bieten deswegen verschnittene Kaffees an. Hier sorgt das Mischungsverhältnis verschiedener Bohnen für einen einheitlichen Geschmack. Volker Behrendt: „Ich biete vier solche Blends an, darunter den bei den Kunden sehr beliebten Kaffee Teltow und den Espresso ‚Mischen Impossible‘.“

Vor Ort gibt es noch keinen Kaffeeausschank. Wer also eine neue Sorte wie etwa den besonders Koffeein-starken „Indien Kaapi Royal AA“ probieren möchte, lässt sich für kleines Geld ein 60 Gramm Pröbchen mit nach Hause geben. Das reicht für einen Liter Kaffee aus – und damit für einen ersten soliden Eindruck, ob der Kaffee mundet oder nicht.

Volker Behrendt: „Das duftende Kaffee-Aroma entsteht nur zum Teil beim Rösten. Richtig intensiv duftet der Kaffee erst beim Mahlen, weil sich dann die Oberfläche stark vergrößert, durch die die Aromastoffe mit der Luft in Kontakt treten können. Ein gemahlener Kaffee verliert in nur einer Viertelstunde die Hälfte seines Aromas. Natürlich mahle ich den Kaffee, wenn der Kunde es wünscht. Wer aber keinen Vollautomaten zu Hause hat, sollte sich eine Kaffeemühle zulegen und die Bohnen erst direkt vor dem Aufbrühen mahlen. So hat man deutlich mehr vom Kaffee.“

Zwei Mal in der Woche wird geröstet, feste Termine gibt es aber keine. „Alles, was ich über Kaffee weiß, steht auf meiner Homepage“, sagt der autodidaktisch geschulte Kaffeeexperte, der aus seinem Internet-Auftritt ein Kaffee-Wiki gemacht hat. Und da er aus der IT-Branche kommt, gibt es auch gleich noch einen Online-Shop.

Kaffeefreunde sollten eins seiner Kaffee-Seminare besuchen, die ebenfalls auf der Homepage angekündigt werden. In zwei Stunden geht es dann in der Kaffeerösterei um den Kaffeeanbau, um das Aromarad und um verschiedene Zubereitungsarten. Oft röstet die Truppe dann auch gemeinsam. (Text/Fotos: CS)

Info: Privatrösterei Kaffeemanum, Volker Behrendt, Ruhlsdorfer Platz 1, 14513 Teltow, Tel.: 03328-4446001, www.kaffeemanum.de

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