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25.03.2017

Grunewald: Der Druiden-Orden

An einer neobarocken Villa am Dianasee unweit der Königstraße im Grunewald weist ein Schild darauf hin, dass hier das Logenhaus des Odd-Fellow-Ordens zu finden ist. Hier sind auch Logen der Freimaurer anzutreffen. Interessanter ist sicherlich noch der Deutsche Druiden-Orden (www.druiden-orden.de), der vor Ort von der Groß-Loge Berlin-Brandenburg und ihren drei Berliner Logen vertreten wird. (ANZEIGE)

Ulrich Kiefer (69, Foto Mitte), der Vorsitzende der Groß-Loge Berlin-Brandenburg, erklärt: Der Druiden-Orden wurde 1781 in London gegründet – eine Plakette an der Taverne ‚The Old Kings Arms‘ erinnert noch immer an diesen Vorgang. Der Druiden-Orden ist politisch und konfessionell neutral. Seine Ideale richten sich nach den Prinzipien des Humanismus der Aufklärung aus. Toleranz ist eine der höchsten Forderungen an alle Mitglieder. Der Orden lehnt jede Form von Radikalismus und Gewalt ab. Er ist pragmatisch und sieht es als sein Ziel an, sich fortzubilden, das Miteinander zu fördern und soziale Projekte anzustoßen.“

Seit 1872 gibt es die Druiden auch in Deutschland – in Berlin wurde die erste Loge gegründet. Sehr schnell kamen weitere Logen hinzu. Vor 1934 hatten die Druiden in Deutschland 12.000 Mitglieder, dann wurden sie von den Nazis zur Auflösung gezwungen. Auch in der DDR war die Aktivität der Druiden nicht erwünscht.

Die Logen-Mitglieder treffen sich regelmäßig im Logenhaus zu Logenabenden, die immer nach einem festen Ritual ablaufen. Wichtig sind hier vor allem Vorträge, die von den Logenmitgliedern zu verschiedensten Themen vorbereitet, an den Abenden gehalten und anschließend diskutiert werden. Ulrich Kiefer: „Den Druiden ist es ein Anliegen, sich persönlich immer weiter zu bilden, nie geistig stehenzubleiben und in allen nur erdenklichen Themen auf dem neuesten Stand zu bleiben. Es ist in diesem Sinne auch ein Wissenszirkel.“

Bei den Druiden-Logen handelt es sich ganz klassisch um einen Männer-Orden. Frauen haben zu den Logen-Abenden keinen Zutritt. Sie sind aber involviert und bei vielen Veranstaltungen sehr willkommen. Der deutsche Orden hat auch bereits drei Frauen-Logen hervorgebracht.

An den Logenabenden sind die Mitglieder aufgefordert, in angemessener Kleidung (dunkler Anzug, weißes Hemd und weiße Krawatte) zu erscheinen. Die weiße Krawatte ist mit dem Symbol des Ordens, dem goldenen siebenstrahligen Stern versehen. Er erinnert die Träger an die sieben Lehren und die sieben Ideale des Ordens.

Die Druiden engagieren sich im sozialen Bereich. Hier werden in der Regel keine Geldspenden verteilt, sondern es werden für die Projekte der Logen aus eigenen Mitteln die Gegenstände, Lebensmittel o.ä. beschafft und zur Verfügung gestellt, die benötigt werden. So hat eine der drei Berliner Logen die Suppenküche der Zehlendorfer Paulusgemeinde mit Lebensmitteln und Möbeln versorgt. Eine Behindertenschule in Zehlendorf erhielt 25 Fahrräder für die Schüler, und für eine Kita in Grunewald wurden Musikinstrumente für die frühkindliche Musikerziehung angeschafft.

Institutionen, die die Hilfe der Druiden in Anspruch nehmen möchten, können sich formal bewerben. Ulrich Kiefer (kiefer_ulrich@web.de, 030-8051434): „Unsere Ordensgemeinschaft ist in Berlin trotz ihrer langen Geschichte relativ unbekannt. Unsere 60 Mitglieder würden sich sehr über etwas frischen Wind freuen, also neue Mitglieder willkommen heißen. Wer Interesse hat, die Druiden einmal näher kennenzulernen, kann einen der freien Logenabende besuchen, die regelmäßig veranstaltet werden. Die nächsten Gästeabende finden am 16., 20. und 21. Februar sowie am 16. März jeweils ab 19 Uhr im Logenhaus in der Fontanestraße 12a statt.“ (Foto/Text: CS)

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